Kommentar : Zurück in der Offensive

Mit der Verpflichtung von Markus Babbel hat Manager Michael Preetz seinen Kritikern zumindest ein bisschen schwerer gemacht, ihn der Unfähigkeit zu zeihen.

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In der Geschichte der Fußball-Bundesliga gibt es vermutlich keinen Manager, der eine längere Lehrzeit hinter sich bringen musste als Michael Preetz. Aber auch sechs Jahre als Auszubildender an der Seite von Dieter Hoeneß haben den neuen Sportchef von Hertha BSC nicht annähernd auf die Zumutungen der Praxis vorbereitet. Preetz musste in seinem ersten Jahr als Manager Herthas Abstieg moderieren, einen Trainer entlassen und nun bereits den zweiten verpflichten – und immer noch ist die Frage nicht abschließend beantwortet: Kann der das überhaupt?

Mit der Verpflichtung von Markus Babbel hat es Preetz seinen Kritikern zumindest ein bisschen schwerer gemacht, ihn der Unfähigkeit zu zeihen. Wenn die Wahl für Friedhelm Funkel im Herbst eine Rückgabe zum eigenen Torwart war, dann ist die Personalie Babbel ein Steilpass, der zwar noch nicht unbedingt den Geist der Utopie atmet, Hertha aber zumindest aus der Defensive der letzten Monate wieder in die Offensive bringt. Für den Verein in seiner aktuellen Verfassung ist Markus Babbel ein mehr als spektakulärer Name.

Von allen Trainern, die derzeit auf dem Markt sind, war Babbel so etwas wie die gefühlte Nummer eins. Dass Preetz ihn trotzdem überzeugen konnte, sich Hertha und die Zweite Liga anzutun, sagt einiges über sein Verhandlungsgeschick; vor allem aber sagt es etwas über die Ambitionen des Vereins: Hertha BSC meint es mit dem Unternehmen Wiederaufstieg wirklich ernst.

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