Sport : Konferenz am Krankenbett

Ohne Pagé mühen sich die Eisbären zum 3:1 über Ingolstadt

Claus Vetter

Berlin. Der Chef fehlte, und das bekam dem EHC Eisbären offensichtlich gar nicht gut. Denn in Abwesenheit von Trainer Pierre Pagé lief gestern bei den Berlinern wenig in die richtige Richtung. Der 54-jährige Kanadier liegt seit Donnerstag mit einer fiebrigen Ohrenentzündung in der Parkklinik Weißensee. Trotz mäßiger Vorstellung – zu einem Erfolg gegen den ERC Ingolstadt reichte es dennoch. Vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Sportforum Hohenschönhausen mühte sich der Tabellendritte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen den Aufsteiger zu einem glücklichen 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)-Erfolg. Überragender Spieler war dabei Oliver Jonas. Der junge Nationaltorhüter in Diensten der Eisbären lieferte eine tadellose Leistung ab.

Am Tag danach ging es dem Patienten Pierre Pagé schon wieder besser. „Es ist alles in Ordnung“, sagte der Trainer am Freitagmittag. Pagé fühlte sich sogar so gut, dass er per Telefon Informationen über das Spiel seiner Mannschaft gegen Ingolstadt einholte. Ein paar Tipps in Richtung Kotrainer Hartmut Nickel, der Pagé gestern an der Bande der Berliner vertrat, soll es auch gegeben haben.

Es nützte aber offensichtlich nicht allzu viel: Die Eisbären wurschtelten sich gegen die harmlosen Ingolstädter eher unansehnlich über die Runden. Insbesondere in Überzahl wollte den Berlinern, die ohne Mut zum Risiko mit nur drei Sturmreihen agierten, nichts gelingen. Nachdem Francois Bouchard die Ingolstädter in der vierten Minute in Führung gebracht hatte, reichten den Eisbären aber schließlich Tore von John Gruden (8.), Yvon Corriveau (40.) und Kelly Fairchild (48.) zum Erfolg.

Pierre Pagé durfte sich also im Krankenhaus über drei Punkte freuen. Dabei hatte es Donnerstag nicht so gut um ihn gestanden, der Trainer hatte unter Fieber gelitten. Bereits im März lag der Kanadier wegen einer Ohrenentzündung für zehn Tage im Krankenhaus. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass der Rückfall ungewöhnlich früh kam“, sagt Pagé. „Allerdings stehen die Chancen für eine schnelle Heilung sehr gut, da der Infekt frühzeitig erkannt wurde.“

Spätestens am Montag wird Pagé laut eigener Aussage die Klinik verlassen können. „Eigentlich könnte er sogar schon am Sonnabend gehen“, sagt Manager Peter John Lee. „Aber da er weiter behandelt werden muss, ist es besser, wenn Pierre erst mal im Krankenhaus bleibt.“ Am Freitagmorgen hatte der Trainer seinen Manager sogar zu einer Besprechung ans Krankenbett gebeten, so gut ging es Pagé schon wieder. „Wenn wir am Sonntag ein Heimspiel hätten, dann würde Pierre wohl schon wieder an der Bank stehen“, sagte Lee gestern. Beim Manager klang allerdings durch, dass er nicht traurig darüber ist, dass sein Team am Sonntag bei den Frankfurt Lions antritt. Damit sich der Trainer endlich auskurieren kann.

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