Sport : Konfetti und Krawall

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Manchmal liegen Planung und Realität weit auseinander. Zwar hatte die europäische Fußball-Union Uefa beschieden, dass das Uefa-Pokal-Finale zwischen Feyenoord Rotterdam und Borussia Dortmund trotz des Mordes an dem rechtspopulistischen Politiker Pim Fortuyn ausgetragen werden soll. Doch dies sollte unter „äußerster Einhaltung der Pietät und unter Weglassung aller Rahmenfeierlichkeiten geschehen“.

Tatsächlich wirkte sich das Attentat auf Fortuyn, der Feyenoord-Fan war und in Rotterdam viele Anhänger hatte, nicht spürbar auf das Spiel aus. Von Niedergeschlagenheit oder gar schockähnlichen Zuständen war nichts zu spüren. Und von der angekündigten, dem Anlass entsprechenden Zurückhaltung schon gar nicht. Nach dem Schlusspfiff gab es das das volle Uefa-Jubelprogramm mit Triumphmarsch und Konfetti.

Auch drumherum das leidlich bekannte Programm: Schon vor dem Spiel wurden in der Rotterdamer Innenstadt 90 Feyenoord-Fans festgenommen. Zwei Läden, ein Telefongeschäft und ein Supermarkt waren von Hooligans geplündert worden. Mit einem Luftgewehr schoss ein Mann auf einen Zug mit Dortmunder Schlachtenbummlern. Verletzt wurde dabei niemand. Nach dem Spiel randalierten Hunderte Feyenoord-Hooligans. Die Polizei nahm mehr als 80 fest.

Einige Dortmunder Spieler hatten gemischte Gefühle darüber, dass die Partie trotz Sicherheitsbedenken stattgefunden hatte: „Wenn man hört, dass hier Leute beschossen worden sind und andere im Krankenhaus liegen, ist das ein Unding“, sagte Lars Ricken: „Das muss sich die Uefa auf ihre Fahnen schreiben." fex

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