Sport : Konfus und hektisch

Deutsche Basketballer verlieren letzten EM-Test

Palma de Mallorca - Weltmeister Spanien war eine Nummer zu groß und hat den deutschen Basketballern den letzten Test für die am Montag startende Europameisterschaft gründlich verdorben. Nach der 56:72 (28:31)-Niederlage im Vorrunden-Spielort Palma de Mallorca war Deutschlands NBA Star Dirk Nowitzki frustriert und verärgert. Er monierte fehlende Selbstdisziplin und sagte: „Wir sind nicht die jüngste und nicht die schnellste Mannschaft, aber wir haben gespielt, als wären wir es.“

Doch Dirk Nowitzki müsste sich auch selber kritisieren. Der Power Forward von den Dallas Mavericks war von der Zonenverteidigung der Spanier völlig abgemeldet und passte sich dem schwachen Niveau seiner zeitweise konfusen Mitspieler an und erzielte mit nur acht Punkten eine der schlechtesten Korbausbeuten seiner 101 Länderspiele. Nur drei seiner 14 Wurfversuche aus dem Feld (21 Prozent) trafen in den gegnerischen Korb. Das gesamte Team brachte es auf gerade 33 Prozent (19 von 57). Auch beim Rebound (33:41) war Deutschland den Gastgebern unterlegen. Dabei spielten die Spanier ohne ihre angeschlagenen NBA-Spieler Juan Carlos Navarro und Jorge Garbajosa. Ein in der Offensive sehr schwaches erstes Viertel (4:16) war der Anfang vom Ende und führte zu Verkrampfung und Verunsicherung.

Bundestrainer Dirk Bauermann formulierte nach der mäßigen Vorstellung des Vize-Europameisters vor 6000 Zuschauern im Velodrom von Palma seine Kritik etwas moderater als sein Star. „Ich war vor allem mit der Spielanlage nicht zufrieden. Wir agierten viel zu hektisch und unruhig. Als die Spanier durch ihre starke Verteidigung Nowitzki aus dem Spiel nahmen, hätten die anderen Spieler mehr Verantwortung übernehmen müssen“, sagte der 49-Jährige. Ein Lichtblick war für Bauermann, „wie bewundernswert die zweite Fünf es geschafft hat, wieder zurück ins Spiel zu kommen“. Tatsächlich konnten die Spieler um Jan Jagla im zweiten Viertel den Rückstand nahezu wieder aufholen. Doch in der zweiten Halbzeit verlor das deutsche Team die Partie endgültig.

Als Erklärung für die desolate Teamleistung meinte Bauermann: „Uns fehlte die Energie und wir waren müde. Wir hatten drei harte Spiele beim Bamberger Supercup und einen Reisetag.“. Und wenn die Beine schwer seien, „dann trifft man auch nicht“, so der Bundestrainer.

Am freien Mittwoch hatte die deutsche Mannschaft Gelegenheit, die Pleite aus den Köpfen zu bekommen. In den verbleibenden fünf Tagen bis zum ersten EM-Vorrundenspiel gegen Tschechien am Montag (18.00 Uhr/DSF) will es Bauermann etwas ruhiger angehen lassen, damit die Spritzigkeit zurückkehrt. „Wir müssen uns die Frische zurückholen“, meinte Nowitzki. Und sein Trainer forderte: „Wir müssen lernen, unsere Art von Basketball zu spielen. Wenn wir daran arbeiten, werden wir eine erfolgreiche Europameisterschaft spielen. Es gibt überhaupt keinen Grund, nervös zu werden.“ dpa

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