Sport : Konspiration ist alles

FRANK BACHNER

BERLIN .Es gibt ein Blau, das sehr vornehm wirkt.Auf dieses Blau blickten die Hertha-Mitglieder im ICC, und dann sahen sie auch noch Videoclips mit Hertha-Toren und den Manager Dieter Hoeneß, der vor dieser Kulisse stand und verkündete, "daß wir noch zwei fertige Spieler holen werden".Namen nannte er bei der Mitgliederversammlung noch nicht, das tut er nie vor der endgültigen Verpflichtung, aber wahrscheinlich hat er an den griechischen Nationalspieler Konstantinos Konstantinidis gedacht.Die Hinweise verdichten sich, daß Hertha den 26jährigen Mittelfeldspieler vom Erstligisten Panathinaikos Athen verpflichten wird.Hoeneß verhandelt mit ihm, das ist sicher.Der Klub hat Konstantinidis in einem Berliner Luxushotel unter falschem Namen eingebucht.Konspiration ist alles.Gestern soll er schon sportärztlich untersucht worden sein."Zu einer Untersuchung kann ich keine Angaben machen", sagte Hertha-Pressesprecher Hans-Georg Felder.Ein Dementi ist das nicht, und übersetzt lautet die Auskunft: Die Verhandlungen sind ziemlich weit fortgeschritten.Der "Kicker" verkündete schon: "Konstantinidis spielt künftig für Hertha."

Der 26jährige gilt als vielseitig verwendbar im Defensivbereich.Er ist 1,85 m groß und kann auch auf Libero spielen.Nationalspieler ist Konstantinidis auch, allerdings saß er beim letzten EM-Qualifikationsspiel am 31.März in Riga gegen Lettland (0:0) nur auf der Bank.Der 26jährige soll 2,5 Millionen Mark Ablöse kosten, und damit ist er heutzutage fast ein Schnäppchen.

Der zweite "fertige Spieler", den Hoeneß avisierte, könnte der Leverkusener Stürmer Paulo Rink sein.Der Mann hat seit kurzem einen deutschen Paß, leitet daraus eine Art nationale Pflicht ab und schielt deshalb wieder Richtung Nationalmannschaft.Zu der gehörte er schon mal kurze Zeit, zweimal wurde Rink eingewechselt.Die DFB-Elf kann sich der 25jährige allerdings abschminken, solange er bei Bayer keinen Stammplatz besitzt.Hertha hat Interesse, Rink will unbedingt gehen, Bayer will ihn nicht unbedingt halten, da könnten sich beide Seiten entgegenkommen.Zumindest auf Leihbasis.Innerhalb der Bundesliga wollen die Leverkusener den Offensivmann nur ausleihen.

Und weil "in Kürze was passiert" (Hoeneß) in Sachen Neuverpflichtungen, kursieren noch weitere Namen.Der Bochumer Junioren-Nationalspieler Kai Michalke wird als Zugang gehandelt, ein Stürmer, der in 86 Bundesligaspielen elf Tore schoß.Sollte Bochum absteigen, erlischt sein Vertrag, und Michalke wäre er ein Billigangebot.Der Frankfurter Ralf Weber wurde auch gehandelt, kann aber von der Liste gestrichen werden; Weber hat sich gestern mit der Eintracht geeinigt, er bleibt auch in der Zweiten Liga bei den Hessen.

Und dann gibt es ja auch noch den Casus Rehmer."In Kürze", sagt Hoeneß, werde er sich mit Hansa Rostock wieder zusammensetzen, dann wird weiter um die Ablösesumme gepokert.In Kürze, sagt Hoeneß, werde aber auch eine endgültige Entscheidung fallen.

Morgen wird zunächst einmal Fußball gespielt, in der Bundesliga beim SC Freiburg.Die Berliner müssen zusätzlich zu den Langzeit-Ausfällen auf die verletzten Piotr Reiss und Dick van Burik verzichten; Andreas Schmidt steht zwar im Kader, leidet aber unter eine Zehenverletzung.Tony Sanneh plagt eine Grippe.Andreas Neuendorf ist zwar fit, aber trotzdem nicht dabei.Ihn hindert eine Sperre nach fünf Gelben Karten am Einsatz."Die Mannschaft stellt sich praktisch allein auf", stöhnt Trainer Jürgen Röber.

Das ist nicht so gut, dennin den letzten beiden Punktspielen geht es um höhere Weihen.Bei einem Sieg wäre der vierte Platz in der Bundesliga und damit der Einzug in die Qualifikationsrunde für die Champions League sicher.Dann würde das "Wunder" wahr, von dem Hoeneß - nicht bloß im ICC vor blauem Hintergrund - träumt.

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