Sport : Kontrolle bis aufs Blut

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Der ewige Schnauzbartträger Vicente del Bosque ist nicht nur optisch ein Vertreter der alten Schule. Doping existiere im Fußball nicht, gab der spanische Nationaltrainer unlängst zum Besten und erwies sich damit als Vertreter der alten, blödsinnigen Mär: „Doping bringt im Fußball nichts“. Und das, obwohl gerade in Spanien die Nachrichten vom Erstligisten Real Sociedad San Sebastian vom Gegenteil künden. So gesehen ist es schon in Ordnung, was der Fußball-Weltverband sich vorgenommen hat.

Der Fußball-Weltverband will für den Confed-Cup 2013 und die Weltmeisterschaft 2014 den Blutpass für alle Spieler einführen. In diesem werden alle Blut- und Urinkontrollen über einen längeren Zeitraum erfasst. Veränderungen im Blutbild können als indirekter Nachweis für Doping gewertet werden. Zwar findet der Blutpass auch nicht jeden Dopingsünder, zwar will die schwerreiche Fifa nur 2,5 Millionen Dollar für den Kampf gegen Doping aufwenden, zwar setzt der Verband nicht alle Forderungen der Weltantidopingagentur um. Immerhin setzt er mit der Einführung des Blutpasses ein Zeichen an alle del Bosques dieser Welt: Doping gehört zum Fußball.

Zumal der indirekte Dopingnachweis über Blutwerte ein schwieriges Verfahren ist, wie nicht nur der Fall Claudia Pechstein zeigt. Man stelle sich vor: Vor der WM 2014 streiten sich Wissenschaftler und Anwälte vor dem Internationalen Gerichtshof über die Auslegung der Blutwerte von Lionel Messi. Dann, ja dann, wäre der Fußball tatsächlich ein ganz normaler Sport im 21. Jahrhundert.

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