Sport : Kontrollierte Offensive

Eisbären setzten das System von Trainer Jackson um

Paul Lincke

Mannheim - Vor einem Jahr gewannen die Eisbären Berlin ihr erstes Saisonspiel und wähnten sich bereits auf der Erfolgsspur. Nach den Meisterschaften 2005 und 2006 wollten sie auch ein drittes Mal in Serie ganz oben stehen. Was danach folgte, war jedoch ernüchternd. Die Bilanz: Nur 22 Siege in 52 Hauptrundenspielen, am Ende belegten die Eisbären den neunten Platz und qualifizierten sich nicht für die Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Auch diesmal gab es einen Auftaktsieg. 6:3 besiegten die Eisbären sogar den amtierenden Meister Adler Mannheim. An die alte Saison denkt aber keiner mehr. „Die Spieler sind hungrig auf diese Spielzeit“, sagt Pressesprecher Daniel Goldstein. Die Mannschaft hat sich auf fünf Positionen verstärkt, ein Torwart, ein Verteidiger, drei Stürmer kamen zu Saisonbeginn nach Berlin. Die wichtigste personelle Veränderung ist aber Don Jackson. Er löste nach knapp fünf Jahren Pierre Pagé als Cheftrainer ab. Den Neuen zeichnet ein besonnenes Gemüt aus. Er ist ein Mann von zwar konsequenten aber doch eher leisen Tönen. Die scheinen bei seinen Spielern anzukommen. Seine Handschrift, diszipliniert in der Verteidigung und blitzschnelles Spiel in die Spitze, war beim Spiel in Mannheim bereits zu erkennen.

„Jackson hat das Positive des alten Systems unter Pagé übernommen. Der Unterschied ist aber, dass nun mehr Wert auf Aggressivität gelegt wird. Jacksons Philosophie lautet: Die Offensive beginnt bereits in der Defensive“, sagt Goldstein. Die Spekulationen um eine Verpflichtung eines Abwehrspielers sind nach dem Sieg gegen Mannheim und nur einem Gegentor beim Spiel fünf gegen fünf zunächst vom Tisch. Das erste Spiel macht Mut. Aber die Erinnerung an die vergangene Saison ist noch wach, weshalb Goldstein auch beschwichtigt: „Keine Sorge, wir haben nicht zu ausgelassen gefeiert.“ Paul Lincke

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