Sport : Konzentriert ins Halbfinale

SCC-Volleyballer müssen sich gegen Düren steigern

Karsten Doneck

Berlin - Die Zuschauer wurden übermütig. In Erwartung eines dritten, entscheidenden Spiels stimmten sie das Lied an, das vor allem in Fußball-Stadien bei Pokalspielen zu hören ist: „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“. Dabei hatten die Volleyballer von Bayer Wuppertal lediglich den zweiten Satz gewonnen. Nach Berlin fuhr spätabends allein der SC Charlottenburg zurück, und bei der Ankunft gegen fünf Uhr morgens paarte sich die Müdigkeit der Spieler mit einer gewissen Zufriedenheit. Mit einem 3:1-Sieg in Wuppertal hatte der SCC schon nach zwei von maximal drei Spielen den Einzug ins Play-off-Halbfinale perfekt gemacht.

In die Genugtuung mischten sich aber auch mahnende Stimmen. Gegen Evivo Düren kämpfen die Charlottenburger vom 12. April an nicht nur um die Endspielteilnahme, sondern auch um die für die Entwicklung der Mannschaft enorm wichtige Startberechtigung für die Champions League. „Wir müssen uns steigern“, fordert SCC-Geschäftsführer Günter Trotz, „bei den Aufschlägen müssen wir druckvoller werden.“ Trainer Michael Warm weist die Kritik an zu „weichen“ Aufschlägen zurück: „Es geht um Effektivität. Da ist immer die Frage, ob man bei den Aufschlägen die Gewaltlösung oder die taktische Lösung wählt.“ Aber was gegen Wuppertal reichte, wird gegen Düren zu wenig sein. Um im Rhythmus zu bleiben, hat der SCC für das Wochenende zwei Testspiele gegen VV Leipzig verabredet.

Es gibt viel Arbeit. „Die Leistungen im Außenangriff sind unzureichend, da sind zu große Schwankungen“, stellt Trotz fest. Der Finne Matti Ollikainen schwächelt, und der personellen Alternative für ihn, dem 20-jährigen Dirk Westphal, fehlt in der Annahme noch die Konstanz. Im Saisonverlauf hat der SCC jedoch schon Lernfähigkeit bewiesen. In der Normalrunde der Bundesliga hatte das Team zweimal nur mit 3:2 gegen Wuppertal gewonnen. Jetzt, in den Play-offs, wurde dieser Gegner beide Male mit 3:1 bezwungen. „In den Play-offs ist man eben immer konzentrierter“, sagt Annahmespieler Sebastian Prüsener.

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