Sport : Konzentriert und sehr laut Alba Berlin gewinnt

82:77 gegen Bonn

Lars Spannagel

Berlin - Patrick Femerling hatte wohl so eine Vorahnung, dass es laut werden könnte an diesem Sonntagnachmittag. Alba Berlins immer noch verletzter Center hatte seine Tochter mit zum Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn gebracht und der Kleinen vorsorglich überdimensionale Ohrenschützer aufgesetzt. Vater Femerling sollte in seiner Fürsorge Recht behalten: Es wurde knapp, 8861 Zuschauer in der ausverkauften Max- Schmeling-Halle machten einen Höllenlärm, zwei Tage nach einer heftigen 58:74-Niederlage in Frankfurt siegte Alba am Ende 82:77 (41:38). „In Frankfurt sind wir wieder nüchtern geworden“, sagte Alba-Trainer Luka Pavicevic.

Gegen Bonn wirkte seine Mannschaft von Beginn an konzentriert. Absetzen konnte sich Alba trotzdem nicht, obwohl Bonn den Berliner Julius Jenkins überhaupt nicht in den Griff bekam: Albas Topscorer erzielte in den ersten beiden Vierteln 16 Punkte und traf nur einen seiner Würfe nicht, insgesamt kam Jenkins auf 23 Punkte. Alba führte bis zur Halbzeit durchgehend, mehr als sechs Zähler betrug der Vorsprung aber nie. Dabei gelang den Berlinern das Kunststück, bis 30 Sekunden vor der Pause kein einziges Foul im ganzen zweiten Viertel zu begehen. Als die Schiedsrichter dann doch noch auf ein Foul von Goran Nikolic entschieden, sprangen die Bonner Auswechselspieler auf und klatschen höhnisch Applaus.

Mitte des dritten Viertels gingen die Bonner sogar 51:49 in Führung. Die Berliner behielten – anders als in vielen Spielen in dieser Saison – die Nerven und antworteten mit einem 10:0-Lauf, hauptsächlich von der Freiwurflinie. Wieder fühlte sich Bonn von den Schiedsrichtern benachteiligt, Trainer Michael Koch lamentierte, fluchte und schlug die Hände vors Gesicht. Am Ende standen 33 Freiwürfen der Berliner acht der Gäste gegenüber.

Bonn ließ sich nicht abschütteln, auch nicht knapp drei Minuten vor dem Ende, als Alba 76:70 führte. Zweimal verloren die Berliner den Ball im Angriff, die Gäste verkürzten auf 75:76. Doch als es darauf ankam, trafen die Berliner die richtige Entscheidung: Sie gaben den Ball in die Hände von Julius Jenkins, der zwei schwierige Würfe traf. Bei 80:77 und noch 18 verbleibenden Sekunden hatte Bonn den Ball, aber dank Albas konzentrierter Verteidigung – und womöglich dem Lärm der Zuschauer – sprang keine gute Wurfmöglichkeit heraus. Nikolic verwandelte zwei Freiwürfe zum 82:77-Endstand.Lars Spannagel

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