Sport : Konzentriert zum großen Glück Deutsche Springreiter gewinnen Gold

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Athen Dank der Nervenstärke von Otto Becker haben die Springreiter eine weitere Goldmedaille für Deutschland gewonnen. Nach Atlanta und Sydney war es der dritte Sieg in Folge. Mit ausgelassenem Jubel feierte das Quartett am Dienstagabend in Athen bereits vor dem abschließenden Ritt von Ludger Beerbaum. Becker hätte sich bei seinem Ritt mit Cento fünf Fehlerpunkte erlauben dürfen, mit vier Zählern erreichte er das Ziel und war außer sich vor Freude. „Ich hatte keine Ahnung, wie viele Fehler ich mir leisten konnte. Ich habe nur versucht, mich zu konzentrieren. Bis auf den Fehler am letzten Hindernis hat das gut geklappt. Zum Glück hat der Abwurf nichts gemacht. Jetzt freuen wir uns riesig“, sagte Becker. Für Beerbaum war es bereits das fünfte Gold. Dem Siegerteam gehören zudem Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster und Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Montender an.

Nachdem Ahlmann im zweiten Umlauf mit Cöster acht Fehlerpunkte kassiert hatte, drohte das Unternehmen Gold noch einmal in Gefahr zu geraten. In der ersten Runde war Ahlmann bereits mit einem Abwurf gestartet. Doch dann lieferte Kutscher seine zweite Null-Runde des Tages und brachte die Deutschen, die bereits nach dem ersten Durchgang in Führung gelegen hatten, endgültig aus Gold-Kurs. Überhaupt war Kutscher mehr als nur Ersatzreiter und wusste im Sattel von Montender vollauf zu überzeugen.

„Der Druck ist schon groß“, berichtete der 29-Jährige. „Wenn man für Deutschland reitet, ist er immer groß, denn wir zählen immer zu den Favoriten.“ Für Kutscher galt das ganz besonders, denn er rückte erst eine Woche vor Beginn der Spiele in die Mannschaft. Das Pech des Weltranglisten-Ersten Marcus Ehning (Borken), dessen Hengst For Pleasure sich verletzte, war sein Glück. „Ich glaube, ich habe heute bewiesen, dass ich zu Recht dabei bin.“

Einen Schock erlebten die Franzosen. Das Weltmeister-Team musste den Start für die zweite Runde absagen, nachdem zwei Pferde verletzt waren. Statt der Franzosen durften am Dienstagabend die von Paul Schockemöhle (Mühlen) trainierten Südkoreaner starten. dpa

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