Kooperation mit Rennbahnen in New York : Hoppegarten wird internationaler

Die Rennbahn Hoppegarten bei Berlin wird immer bedeutender – auch international. Ein Sieg beim Rennen am Sonntag kann eine Weichenstellung für die weitere Karriere sein.

Ulrich Nickesen
Knappe Duelle. Die Rennen in Hoppegarten werden auch für ausländische Pferdebesitzer immer interessanter – und somit immer enger.
Knappe Duelle. Die Rennen in Hoppegarten werden auch für ausländische Pferdebesitzer immer interessanter – und somit immer enger.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Es ist das Sprungbrett für eine große internationale Karriere. Wenn an diesem Sonntag beim Renntag in Hoppegarten (Beginn 14 Uhr) im Hauptrennen die acht besten dreijährigen Stuten Deutschlands gegeneinander antreten, könnte es für eine von ihnen der Start in eine verheißungsvolle Zukunft sein.

Denn bei dem Klassiker-Testlauf über die 2000-Meter-Distanz geht es nicht nur um den Sieg im mit 70.000 Euro dotierten Grand-Prix-Rennen der Gruppe II, sondern auch um die Weichenstellung für die weitere Laufbahn. Schließlich ist das entscheidende Novum in diesem Jahr in Hoppegarten: Die Siegerin erhält eine Einladung zu dem mit einer Million US-Dollar dotierten Gruppe-I-Rennen auf der Rennbahn Belmont Park in New York am 8. Juli. Bei diesem prestigeträchtigen Rennen dabei sein zu dürfen, ist eine bedeutende Chance für eine deutsche Stute.

Grundlage dieses Konstruktes ist eine auf drei Jahre befristete Partnerschaft zwischen den Rennbahnen Hoppegarten und der NYRA, dem Dachverband der drei großen Rennbahnen Belmont Park, Aqueduct und Saratoga im Staate New York. Ziel dieser Kooperation ist es, zwei jeweils internationale Rennen in Hoppegarten und Belmont Park zu verknüpfen. Eine dieser Prüfungen war das vor drei Wochen ausgetragene Oleander-Rennen, dessen Sieger Red Cardinal damit für ein mit 400.000 Dollar dotiertes Rennen in New York qualifiziert ist und seine Chance dort am nächsten Freitag wahrnehmen wird, wie Trainer Andreas Wöhler bekräftigte.

Nächster Höhepunkt Mitte August

Ob die Siegerin des Rennens am Pfingstsonntag die Einladung für das Millionenrennen im Juli akzeptieren wird, bleibt noch abzuwarten. Das Angebot ist jedoch überaus verlockend, denn neben den hohen Gewinnaussichten bedeutet eine gute Platzierung in einem Rennen dieser Kategorie auch eine erhebliche Wertsteigerung für einen Vollblüter. Was einen Start in New York noch attraktiver macht, ist die Aussicht, anschließend im August in Düsseldorf den mit 500.000 Euro dotierten „Preis der Diana“ zu gewinnen: Die Aussicht auf ein Double, zunächst in New York und dann in Düsseldorf, dürfte manchen Besitzer begeistern. Voraussetzung für all die Träumereien ist selbstverständlich, dass die Stute an diesem Sonntag gewinnt.

Auch wenn dabei zwar keine Gastpferde an den Start gehen, bedeutet die internationale Kooperationsstrategie – in diesem Falle mit den USA – eine nicht zu unterschätzende Aufwertung für die Rennbahn in Hoppegarten. Attraktive Rennen auf hohem Niveau erreicht man nicht durch ängstliche Abschottung, sondern vor allem durch internationale Partnerschaft und Konkurrenz.

In dieser Hinsicht hat Hoppegarten offenbar den richtigen Weg beschritten, so dass sich die Galoppfans nicht nur auf einen spannenden Renntag am Pfingstsonntag einstellen können, sondern schon jetzt dem Saisonhöhepunkt Mitte August mit dem „Großen Preis von Berlin“ entgegenfiebern dürfen. 37 Vollblüter aus Deutschland und dem Ausland wurden für dieses Gruppe-I-Rennen genannt – das bedeutet ein Rekordergebnis. Solch beachtliche Zahlen unterstreichen den stetig wachsenden Stellenwert der Rennbahn Hoppegarten – mittlerweile eben auch im internationalen Rennkalender.

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