Sport : Kopf ins Wasser

Friedhard Teuffel

Weil Schwimmen so ein körperbetonter Sport ist, muss auch der Kopf besonders stark sein. Das fängt schon am Start an, wenn die Schwimmer ihre rasierten Körper präsentieren und einer lockerer als der andere sein will. Und es geht im Wasser weiter, wo sie auch dann nicht verkrampfen dürfen, wenn der Gegner ihnen davonzuziehen scheint.

Vielleicht ist der Körper der deutschen Schwimmer genauso stark wie der von anderen Athleten, nur war es der Kopf zuletzt meist nicht. Die Sorge, dass andere mehr Training, bessere Anzüge und noch einen Vorteil durch Doping hätten, ließen Arme und Beine schwer werden.

Der Verband hat daher einen geeigneten Bundestrainer ausgesucht, um das zu ändern. Dirk Lange bringt einige Voraussetzungen mit, um Kopf und Körper wieder zusammen zu bringen. Das ist zum einen seine internationale Erfahrung als Trainer der Südafrikaner. Lange hat dort nicht nur gearbeitet, sondern auch dazugelernt und ist damit ein gutes Vorbild für die deutschen Schwimmer. Die hatten sich zu oft auf sich selbst konzentriert und lieber zu Hause trainiert als sich der Konkurrenz im Wettkampf zu stellen. Bei Olympia in Peking waren jedoch vor allem diejenigen schnell, die sich ständig mit den besten Athleten messen wollen.

Lange ist kein Kuscheltrainer. Er kann autoritär und überheblich sein, doch das muss nicht schaden. Wenn die deutschen Schwimmer mit diesem Trainer klarkommen, können sie auch ihre Gegner in den Griff kriegen.

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