Sport : Kopfgesteuert zum Aufstieg

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Leipzig (dpa). Die kleinen Meister jubeln, der große Meister trauert: Neuling VfL Pfullingen und Rückkehrer TuS-N-Lübbecke haben sich als Staffelsieger im Süden und Norden aus der Zweiten Handball- Bundesliga der Männer in die angeblich stärkste Liga der Welt gespielt. Dagegen erlebte Champions-League-Gewinner SC Magdeburg bei der SG Flensburg-Handewitt mit 24:34 erneut ein Debakel.

„Ich habe auch ein wenig Schuld an dem derzeitigen Leistungsabfall meiner Mannschaft“, bekannte Magdeburgs Trainer Alfred Gislason freimütig, „wir haben uns vor anderthalb Monaten auf die Champions League konzentriert. Ich habe den Spielern gesagt, wenn wir die gewinnen, könnt ihr spielen, wie ihr wollt.“ Für den schon entthronten Titelverteidiger ist es bereits die dritte Niederlage in Folge, darunter gegen die HSG Nordhorn mit dem 25:27 auch die erste Heimpleite nach zwei Jahren.

Mit rasierten Köpfen und gestutzten Bärten ließen sich die Spieler des VfL Pfullingen für den erstmaligen Einzug in die Bundesliga feiern. „Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Das ist emotional eine ganz große Sache – auch für mich, obwohl ich so kopfgesteuert bin“, sprudelte es aus Pfullingens Trainer Dieter Brack heraus. Mit 31:16 gegen den TVA Saarbrücken hatte das Team aus der 18 000-Einwohner-Stadt am Albrand zuvor die Tabellenführung verteidigt. Dem TSV Baden Östringen nutzte ein 37:20-Sieg gegen die SG Leutershausen auf Grund der schlechteren Tordifferenz nichts. In der Relegation gegen den Wilhelmshavener HV (Zweiter in der Nordstaffel) und anschließend den Tabellen-16. der Bundesliga hat Östringen eine zweite Aufstiegschance.

Ausgelassen wie lange nicht bejubelten die Spieler, Trainer und Funktionäre des TuS-N-Lübbecke den direkten Wiederaufstieg. Dank des 29:20-Erfolges im Endspiel gegen Verfolger Wilhelmshaven sind die als TuS Nettelstedt in der vorigen Saison abgestiegenen Ostwestfalen ins Oberhaus zurück gekehrt. „1. Liga!!! Wir sind zurück. Der TuS ist wieder zu Hause!“, heißt es von der Internetseite des Vereins.

Beide Aufsteiger gehen finanziell sorgenfrei in die kommende Spielzeit. Die Lizenz wurde ihnen ohne Auflagen erteilt. Die Pfullinger planen dabei lediglich mit einem Etat von 600 000 bis 700 000 Euro, die heimische Kurt-App-Halle wird mit 1150 Zuschauerplätzen die kleinste der Bundesliga sein.

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