Sport : Kopfsache

Andreas Möller ist zurück – ab heute will er Frankfurt retten

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Im Training ist er gerannt, als hätte er nie aufgehört. Er ist den Bällen hinterhergespurtet, in die Beine seiner Kollegen gegrätscht und hat dann viel gelacht. Andreas Möller, früher nur Andy genannt, ist zurück in der FußballBundesliga. Und ein wenig ist er ein anderer Mensch geworden.

Er hat Ziele, andere als früher. Seiner neuen Mannschaft, der Eintracht aus Frankfurt, will der ehemalige Nationalspieler im Abstiegskampf beistehen. „Ich muss die Mannschaft führen“, sagt Möller. „Und dazu bin ich bereit.“ Eigentlich hatte er aufhören wollen, hatte seinen Abschied verkündet vor drei Monaten bei Schalke 04. Inzwischen ist er 36 Jahre alt. Und am Sonntag will er bei Borussia Mönchengladbach (17.30 Uhr, live bei Premiere) auflaufen. Vielleicht von Beginn an, vielleicht auch nicht. Wichtiger ist sowieso etwas anderes: dass Andreas Möller die Mannschaft führt.

Natürlich will er spielen, der Mann, der in seiner Karriere nie gegen das verniedlichende Andy ankam. „Ein bisschen kribbelt es schon“, sagt Möller. Beim Training in Frankfurt zeigte der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996, dass er von seinen technischen Fertigkeiten nichts eingebüßt hat. „Ich fühle mich gut, brauche aber noch Zeit, um konditionell auf den nötigen Stand zu kommen“, sagte Möller. Für den nicht mehr unumstrittenen Trainer Willi Reimann könnte Möller die Rettung sein. Auch wenn Reimann beteuert: „Er hat keinen Sonderstatus, sondern wird sich eingliedern und über die Leistung anbieten müssen.“ Doch Möller, der 418 Bundesliga-Spiele für Frankfurt, Dortmund und Schalke absolviert hat, ist jetzt schon der Retter. Weil er da ist.

Endlich hat die Eintracht einen Profi, der den Mund aufreißt und der die anderen – in den vergangenen Partien harmlos agierenden – Spieler motiviert. „Wir müssen Mut zeigen und nach vorne spielen“, sagt Möller und verlangt vom Team einen Punkt. Endlich sagt mal einer was.

Vielleicht wird Andreas Möller heute auf den Fußballplatz laufen und seine Rückkehr feiern. Vielleicht wird dann die Bundesliga einen anderen Mann sehen, als den, den sie bisher nur als Andy zu kennen glaubte. Tsp

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