Sport : Kopfstoß von Trainer Meier gegen Streit

Unsportliche Szenen bei Duisburgs 1:1 gegen Köln

Erik Eggers

Duisburg - Der MSV Duisburg stürmt, der 1. FC Köln stürmt, beide Teams wollen unbedingt diese drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Es ist ein faires Spiel, und spannend, aber dann, acht Minuten vor dem Abpfiff, eskaliert die Situation: Nach einem harmlosen Zweikampf zwischen Kölns Albert Streit und dem Duisburger Razundara Tjikuzu baut sich Streit provozierend vor MSV-Trainer Norbert Meier auf – und Meier verliert die Nerven und reagiert darauf mit einer Kopfnuss. Beide fallen zu Boden, Meier blutet an der Stirn. Schiedsrichter Manuel Gräfe stellt Streit nach langer Beratung mit seinen Assistenten und nach minutenlangen Tumulten vom Platz. „So etwas habe ich noch nie gesehen, ein Trainer darf so etwas nicht machen“, sagte Kölns Trainer Uwe Rapolder und wird daraufhin von Duisburgs Präsident Walter Hellmich zusammengestaucht. Fast in den Hintergrund gerät, dass das 1:1 (1:1) vor 30 295 Zuschauern in der MSV-Arena beiden Teams nicht weiterhilft. Immerhin verließ Köln mit dem Unentschieden die Abstiegsränge.

Die Gastgeber hatten seit fünf Spielen nicht getroffen, die torlose Zeit aber schon nach fünf Minuten beendet: Nach einer Ecke kam der Ex-Kölner Dirk Lottner an den Ball, flankte scharf herein und der Ball kam zu Duisburgs Stümer Abdelaziz Ahanfouf, der aus fünf Metern zum 1:0 in den rechten Torwinkel traf. Duisburg war überlegen, aber eine Unaufmerksamkeit der Abwehr ermöglichte den Ausgleich. Eine weite Flanke durch Rahn unterlief Innenverteidiger Möhrle, und Podolski lief plötzlich allein auf das Tor zu, tunnelte den herausstürzenden Keeper Koch und traf aus acht Metern ins leere Tor.

In der zweiten Halbzeit steigerte sich die Spannung, zunächst war Duisburg im Vorteil, ab der 65. Minute kam Köln zu einer Serie von Chancen, aber vor allem Scherz ließ klare Möglichkeiten aus. Dann ereignete sich jener Tumult, der die Sportgerichte und Stammtische noch lange beschäftigen wird. Den Auslöser referierte Trainer Meier nach dem Spiel wie folgt: „Ich habe nur ’Foul’ gerufen, und dann kam Streit und hat mich derbe beleidigt.“ Er habe, das könne jeder sehen, „eine Wunde davon getragen“. Dass die Kopfnuss eindeutig von ihm ausgegangen war, bestritt Norbert Meier zur Verwunderung aller Anwesenden. Die Provokation Streits sei ungehörig gewesen, die Trainer hätten schließlich seitens der Spieler „Respekt verdient“.

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