Sport : Korrigierte Kader

Vor dem heutigen Start in die Rückrunde der Zweiten Liga haben sich einige Vereine massiv verstärkt

Karsten Doneck,Michael Rosentritt

Heute Abend beginnt in der Zweiten Fußball-Bundesliga die Rückrunde. Was ist bei den drei besten Teams und den großen Traditionsvereinen passiert?

Karlsruher SC (Platz 1). Alle suchen Stürmer, der KSC hat sie. 41 Tore erzielte die Mannschaft in der Hinrunde, ist damit Tabellenführer und stark aufstiegsverdächtig. Und weil Giovanni Federico (10 Tore) und Edmond Kapllani (9) so treffsicher waren, hat Trainer Edmond Becker kaum Sorgen. Er vertraut auch in der Rückrunde auf bewährte Kräfte, auf Neuzugänge wurde verzichtet. Das einzige kleine Problem muss Sportdirektor Rolf Dohmen demnächst lösen: Der Vertrag mit Torjäger Federico endet am 30. Juni.

Hansa Rostock (2). Der Klub von der Ostsee ist als einziger Verein im deutschen Profifußball ungeschlagen. Zehnmal blieb Torwart Schober ohne Gegentor. Insgesamt nur elf Gegentore sprechen für eine starke Defensive. Und vorn hat Enrico Kern neunmal getroffen. Ein Sturmpartner für ihn ist aber noch nicht gefunden. Trotzdem – die Zeichen an der Küste stehen auf Aufstieg. Fraglich ist nur, wie die bisher unbesiegte Mannschaft mit einer eventuellen Niederlage umgehen wird.

MSV Duisburg (3). Präsident Walter Hellmich hat im Trainingslager in Albufeira gezeigt, was Macht ist. In Eigenregie setzte der 62-jährige Bauunternehmer Torwart Georg Koch als Mannschaftskapitän ab und ließ ihm eine Abmahnung schicken. Was Koch, ohnehin als etwas vorlaut bekannt, angestellt hat, verschwieg Hellmich. Trainer Rudi Bommer erfuhr erst hinterher von der Entmachtung des Kapitäns. Koch soll weiter im Tor stehen, die Kapitänsbinde übernimmt Björn Schlicke. Fraglich ist, ob derlei Knatsch dem Aufstiegsziel dienlich ist.

1. FC Kaiserslautern (4). Mit aller Macht strebt der FCK zurück in die Bundesliga. Fünf Neue leistete sich der Tabellenvierte im Winter. Es kamen Gregory Vignal (RC Lens), Benjamin Auer (Bochum), Emeke Opara (Sousse/Tunesien), Silvio Meißner (VfB Stuttgart) und Christoph Werner (Bernbach). Besonders Linksverteidiger Vignal hat ein bewegtes Fußballleben hinter sich. Der 25-jährige Franzose spielte in sieben Jahren für acht Vereine, darunter Glasgow Rangers und FC Liverpool. Vom RC Lens lieh ihn sich Lautern bis Saisonende aus. Trainer Wolfgang Wolf sagt: „Er wird uns mit seiner internationalen Erfahrung weiterhelfen.“ Auch von Benjamin Auer können die Fans einiges erwarten. „Ich habe das FCK-Gen im Blut“, sagt Rückkehrer Auer.

1860 München (6). Die Hoffnung kommt aus Kansas City. Dort stürmte Josh Wolff vier Jahre lang bei den Wizards in der Major League Soccer, schoss in 79 Spielen 27 Tore. Der TSV verpflichtete den 29-jährigen US-Amerikaner in der Winterpause. „Ein Vollblutfußballer, ein sehr explosiver Stürmer“, sagt Geschäftsführer Stefan Reuter. Allerdings wird der 47-malige Nationalspieler im Angriff der Sechziger kaum an Nemanja Vucicevic vorbeikommen. Vucicevic gilt seit seinen drei Toren beim 4:0 gegen Aue als nahezu gesetzt. Bei vier Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze liegt 1860 noch gut im Rennen.

1. FC Köln (10). Köln wird brasilianisch. Trainer Christoph Daum holte sich in der Winterpause mit Fabio Luciano, Tiago und André drei Brasilianer neu hinzu, ein vierter, Almeida, kam am Dienstag zu einem 14-tägigen Probetraining. Ob die Brasilianer winterfest genug sind um mitzuhelfen, dass die Kölner die zwölf Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz aufholen? Manager Michael Meier sagt: „Wir wollen das Unmögliche möglich machen.“

SC Freiburg (13). Der Satz stand unverrückbar wie eine Friedhofsmauer. Achim Stocker, der Klubpräsident: „Nur Finke kann Finke entlassen.“ Nun, Finke brauchte dann doch Anschub aus den Vereinsgremien, damit er sein Traineramt bei den Freiburgern nach 16 Jahren am Saisonende abgibt. Vorher soll der 58-Jährige noch den Abstieg vermeiden. Die Aufgabe ist mühselig. Nur 17 Tore in 17 Spielen zeigen auf, dass dem SC die Durchschlagskraft im Angriff fehlt. Sturmverstärkung wurde nicht geholt. Finke sucht anderweitig: Er rede, so Achim Stocker, maßgeblich dabei mit, wie seine Nachfolge geregelt werde.

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