Korruptionsskandal : Bestechungsskandal im polnischen Fußball weitet sich aus

Polens bekanntester Schiedsrichter soll für seine Entscheidungen auf dem Platz Geld angenommen haben. Zur Weltmeisterschaft 2010 nach Südafrika will er trotzdem fahren. Jetzt soll Uefa-Präsident Michel Platini eingreifen.

Michel Platini
Uefa-Präsident Michel Platini soll jetzt in Polen intervenieren. -Foto: dpa

WarschauDer Korruptionsskandal im polnischen Fußball zieht immer weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft in Breslau warf einem polnischen Fifa-Schiedsrichter Korruption sowie die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vor. Der 35 Jahre alte Sportlehrer war am Vortag von den Beamten der Antikorruptionsbehörde festgenommen worden. Wie der Chef der Staatsanwaltschaft, Edward Zalewski, der Polnischen Nachrichtenagentur PAP sagte, soll der verdächtige Referee Grzegorz G. für seine Entscheidungen auf dem Spielfeld Schmiergeld im Wert von 125.000 Zloty (rund 33.000 Euro) angenommen haben.

Grzegorz G. gehört zu den bekanntesten polnischen Unparteiischen. Er war der erste Berufsschiedsrichter in Polen mit einem Monatsgehalt von mehr als 3000 Euro. Er soll zudem zum Kreis der 38 Kandidaten aus der ganzen Welt für die WM 2010 in Südafrika gehören. Der Schiedsrichter wies die Vorwürfe zurück. Er werde an der WM teilnehmen, wurde er in polnischen Medien zitiert.

Die Uefa soll einfgreifen

Der ehemalige polnische Nationaltorhüter Jan Tomaszewski rief Uefa-Chef Michel Platini zur Intervention auf. Der neue Vorsitzende des polnischen Fußballverbandes, Grzegorz Lato, unternehme nichts gegen korrupte Schiedsrichter, kritisierte Tomaszewski, der sich seit Jahren in der Bekämpfung der Korruption engagiert. Polen richtet zusammen mit der Ukraine die Fußball-Europameisterschaft 2012 aus.

Erst am vergangenen Montag war ein anderer internationaler Schiedsrichter festgenommen worden. Auch ihm wurde Korruption vorgeworfen. Ein Ermittlungsverfahren gegen korrupte Schiedsrichter, Spieler, Trainer und Sportfunktionäre läuft seit 2005. Bisher hat die Breslauer Staatsanwaltschaft rund 180 Personen angeklagt. (leu/dpa)

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