Korruptionsverdacht : Emig unter Auflagen wieder auf freiem Fuß

Der unter Korruptionsverdacht stehende frühere hr-Sportchef Jürgen Emig ist wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Frankfurt beschloss am Donnerstag unter Auflagen Haftverschonung für den TV-Reporter.

Frankfurt/Main (11.08.2005, 20:14 Uhr) - Der Haftbefehl gilt jedoch weiter. Damit folgte das Gericht einem Antrag der Staatsanwaltschaft, die bei dem 60-Jährigen keine Verdunkelungsgefahr mehr sieht. Dem ehemaligen Sportchef des Hessischen Rundfunks, der vor zwei Wochen erneut inhaftiert worden war, wird Bestechlichkeit und Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen. Er soll für die Übertragung von Sportereignissen Geld angenommen haben.

Emig war Ende Juni erstmals in Untersuchungshaft gekommen. Drei Wochen später wurde er auf freien Fuß gesetzt. Nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft wurde gegen Emig am 25. Juli erneut Haftbefehl erlassen. Die Ermittler hatten zuvor den Haftbefehl um den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung erweitert. Nach den Ermittlungen könne eine Verdunkelungsgefahr bei Emig derzeit verneint werden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu. Das Gericht habe Emig Kontaktsperren als Auflage zur Haftverschonung gemacht.

In der Schmiergeldaffäre wird außer Emig auch unter anderem dessen Freund und Geschäftspartner Harald Frahm (60) beschuldigt. Im Verbund mit der Marketing-Agentur Frahms und der Agentur von Emigs Ehefrau sollen rund 400 000 Euro geflossen sein. Ähnliche Praktiken vermuten Ermittler beim ebenfalls inhaftierten Ex-Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks, Wilfried Mohren. Frahm befindet sich nach seiner Inhaftierung unter Auflagen ebenfalls wieder auf freiem Fuß. Bei dem suspendierten Chef des Deutschen Tanzsportverbandes gibt es laut Staatsanwaltschaft keine Verdunkelungsgefahr.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehen die Ermittlungen im Fall Emig weiter. Ein Ende sei derzeit nicht abzusehen, sagte Behördensprecherin Möller-Scheu. (tso)

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