• Korruptionsvorwürfe nach WM-Vergaben: Ermittlungen der Fifa auch gegen Franz Beckenbauer?
Update

Korruptionsvorwürfe nach WM-Vergaben : Ermittlungen der Fifa auch gegen Franz Beckenbauer?

Im Zuge der Korruptionsermittlungen wegen der umstrittenen WM-Vergaben an Katar und Russland stehen weitere prominente Namen im Fokus. Nach Medienberichten geht die Ethikkommission der FIFA gegen mehrere Mitglieder des Exekutivkomitees sowie Beckenbauer vor.

Beckenbauer war zum Zeitpunkt der umstrittenen Vergabe der beiden WM-Turniere deutsches Mitglied der Fifa-Regierung.
Beckenbauer war zum Zeitpunkt der umstrittenen Vergabe der beiden WM-Turniere deutsches Mitglied der Fifa-Regierung.Foto: dpa

Franz Beckenbauer ist offenbar erneut ins Visier der Ermittler des Fußball-Weltverbands Fifa geraten. Neben vier anderen hochrangigen Funktionären steht der 69-Jährige Medienberichten zufolge unter Verdacht, im Zuge der Vergabe der WM 2018 nach Russland und der WM 2022 nach Katar gegen den Fifa-Ethikcode verstoßen zu haben. Laut den Berichten von „Welt“, FAZ.net und mehreren britischen Medien sowie der Nachrichtenagentur AP vom Donnerstag müssen zudem der mögliche Fifa-Präsidentschaftsanwärter Harold Mayne-Nicholls sowie drei Mitglieder der Fifa-Exekutive Sanktionen fürchten.

Die Fifa kommentierte die Berichte nicht, Beckenbauer wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Beckenbauer war zum Zeitpunkt der umstrittenen Vergabe der beiden WM-Turniere deutsches Mitglied der Fifa-Regierung.
Im jüngst veröffentlichten Fifa-Bericht des Ethikhüters Hans-Joachim Eckert wird der „Kaiser“ nicht namentlich genannt. Erwähnt wird allerdings die zwischenzeitliche Weigerung Beckenbauers, die Fragen der Ermittler zu beantworten, die während der WM im Sommer zu einer provisorischen Sperre der Fußball-Ikone geführt hatte.

Vor welchem Hintergrund nun die Fifa-Ermittlungen gegen Beckenbauer und die anderen Funktionäre ausgeweitet wurden, blieb zunächst offen.

Ermittlungen gegen drei Exekutivmitglieder

Die Ethikhüter gehen offenbar auch gegen Spaniens Verbandspräsidenten Ángel María Villar Llona und den belgischen Fifa-Chefmediziner Michel D'Hooghe vor. Zudem wird anscheinend auch gegen den Thailänder Worawi Makudi ermittelt. Alle drei sind Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees.

„Wir können das weder bestätigen noch dementieren. Das ist Sache der unabhängigen Ethikkommission“, sagte eine FIFA-Sprecherin am Donnerstag. In der vergangenen Woche hatten die beiden Ethikhüter Michael Garcia und Hans-Joachim Eckert bestätigt, dass die Untersuchungskammer „eine Reihe formeller Verfahren gegen Einzelpersonen eröffnet“ habe - ohne Nennung von Namen.

Die Informationen zu den Ermittlungen sollen aus Fifa-Kreisen stammen

Nach Informationen der „Welt“, die sich auf „FIFA-Kreise“ beruft, soll sich Llona geweigert haben, bei der Untersuchung zur Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 (Russland) und 2022 (Katar) mit dem US-amerikanischen Chefermittler Garcia zu kooperieren. Der 64 Jahre alte Spanier soll sich geweigert haben, Fragen zu Vorgängen vor und nach der entscheidenden Abstimmung am 2. Dezember 2010 in Zürich zu beantworten - womit er gegen den FIFA-Ethikkodex verstoßen hätte. „Wir wissen hier nichts davon. Es wird von unserer Seite sicher keine Erklärung dazu geben. So etwas müsste zunächst die FIFA bekanntgeben“, sagte ein Sprecher des spanischen Verbandes RFEF.

D'Hooghe soll im Fokus stehen, weil sein Sohn nach der WM-Vergabe eine Stelle als Arzt in Katar erhielt. Der 68-Jährige wies in der „Welt“ einen Zusammenhang mit seinem Stimmverhalten schon im Sommer zurück. Er habe jetzt bei der Ethikkommission „ein paar Dinge zu bereits bekannten Fällen klarstellen“ müssen, sagte er der Zeitung. (dpa)

7 Kommentare

Neuester Kommentar