Kranke Fußballer : Depressionen und Angstzustände weit verbreitet

Über ein Drittel aller Fußballspieler leidet laut einer Untersuchung der Spielervereinigung FIFPro an psychischen Krankheiten. Alkohol ist besonders bei ehemaligen Profis ein Problem.

Ein Besucher der Ausstellung "ROBERT gedENKEn - unser Freund und Torwart" im Landesmuseum in Hannover (Niedersachsen). Überproportional viele Fußballer leiden einer Studie zufolge an Depressionen.
Ein Besucher der Ausstellung "ROBERT gedENKEn - unser Freund und Torwart" im Landesmuseum in Hannover (Niedersachsen)....Foto: dpa

Unter Fußballspielern sind Depressionen und Angstzustände einer neuen Studie zufolge weit verbreitet: Nach einer am Dienstag von der weltweiten Spielervereinigung FIFPro veröffentlichten Untersuchung leiden mehr als ein Drittel der Kicker unter diesen psychischen Krankheiten. Demnach wiesen 38 Prozent von 607 aktiven und 35 Prozent von 219 ehemaligen Spielern Symptome der beiden Erkrankungen auf.

Der Studie zufolge besteht ein direkter Zusammenhang zwischen ernsthaften Verletzungen und Depressionen. Bei Spielern, die mehr als drei schwere Verletzungen erlitten, ist die Gefahr psychische Probleme zu entwickeln demnach drei bis vier Mal höher.

Neun Prozent der Aktiven sollen Alkoholprobleme haben

Der FIFPro-Chefmediziner Vincent Gouttebarge erhofft sich von der Veröffentlichung der Untersuchung eine aufrüttelnde Wirkung. Die Entscheidungsträger im Fußball sollten Maßnahmen ergreifen, damit diejenigen, die psychische Störungen aufwiesen, sich "nicht mehr alleine fühlen", erklärte der Franzose.

Die Studie ergab auch, dass 23 Prozent der aktiven und 28 Prozent der nicht mehr aktiven Spieler an Schlafstörungen leiden. Neun Prozent der Aktiven haben demnach ein Alkoholproblem, bei ehemaligen Spielern sind es sogar 25 Prozent.

Für die Studie wurden Fußballer aus Belgien, Chile, Finnland, Frankreich, Japan, Norwegen, Paraguay, Peru, Spanien, Schweden und der Schweiz befragt. 55 Prozent der aktiven Kicker spielten in den höchsten Ligen, bei den Ehemaligen waren es 64 Prozent. AFP


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