Sport : Krefeld mit Berlin und Berlin mit Krefeld als Gegner zufrieden

Claus Vetter

Krefelds Kapitän Thomas Brandl spricht von einer "lösbaren Aufgabe" und die Laune von Trainer Doug Mason könnte auch nicht besser sein. Schließlich ist vor den Play-offs alles so gelaufen, wie man sich das im Lager der Pinguine erträumt hatte. Der dritte Platz nach der Hauptrunde und im Viertelfinale einen Gegner, den Spieler und Trainer für schlagbar halten. Es sei ganz einfach, plaudert Mason in seinem holländisch/kanadisch gefärbten Deutsch, "von den drei Mannschaften, die sich zum Schluss abgezeichnet haben, sind uns die Capitals am liebsten. Da können wir uns allein aufs Eishockeyspielen konzentrieren." Den körperlich eher robusten Teams aus Mannheim und Kassel wollte man aus dem Wege gehen, das habe zum Glück geklappt.

Die Bilanzen gegen Adler und Huskies - da konnte Krefeld in dieser Saison nur je ein Spiel gewinnen - hätten nicht für die Pinguine gesprochen. Gegen die Capitals sieht es freundlicher aus. In der Krefelder Rheinlandhalle zweimal gewonnen, an der Berliner Jafféstraße zweimal verloren - dabei aber einen guten Eindruck hinterlassen, findet Mason. "In Berlin haben wir zwei unserer besten Auswärtsspiele gemacht." "Gegen Krefeld haben wir nicht so schlecht ausgesehen", sagt auch Capitals-Verteidiger Martin Ulrich. Wenn es um die Optik geht, darf man sich also auf den Freitag freuen.

Freilich fanden die Spiele gegen Krefeld zu einer Zeit statt, als bei den Capitals Aufstellungssorgen noch ein Fremdwort waren. Beim Viertelfinalauftakt ist dies anders. Zwar kann auch der Gegner nicht Bestbesetzung stellen, weiß auch Michael Komma, aber das interessiere ihn nicht. "Mir fehlen mit Ehlers und Gross zwei Schlüsselspieler", sagt der Trainer der Capitals. "Sie sind unsere Leistungsträger in Powerplay und Unterzahl. Da kann bei denen fehlen, wer will. Wenn Gross und Ehlers nicht dabei sind, mangelt es unserem Spiel an Kreativität. Das sah man doch in den letzten Wochen."

Was den Offensivbereich angeht, verstärkten sich Kommas Sorgen gestern. Mit Rückenbeschwerden musste Huusko das Training abbrechen, Sjögren (Grippe) nahm erst gar nicht an den Übungsstunden teil. In der Berliner Defensivabteilung hingegen sind alle Mann einsatzbereit. Und natürlich baut man bei den Capitals auf Andrej Mezin. Gerade wurde der Weißrusse von einer Fachzeitschrift zum "Torhüter des Jahres" gekürt. Martin Ulrich hätte nichts dagegen, wenn Mezin dies gegen Krefeld rechtfertigen würde. "Andrej kann der entscheidende Faktor sein", glaubt der Österreicher.

Vor der Entscheidung fürchtet sich Komma unterdessen nicht. "Wichtig ist, dass wir uns gut präsentieren. Wenn Krefeld dann besser ist, haben sie das Weiterkommen auch verdient." Die Angst von Manager Roger Wittmann, der sich vor einem Ausscheiden im Viertelfinale fürchtet, teilt der Trainer nicht. "Es ist doch ein Wahnsinn, was wir geschafft haben." Die Saison könne - unabhängig vom Ausgang der Play-offs - gar kein Misserfolg mehr werden, meint Komma. "Wir sind punktgleich mit dem Tabellenvierten ins Ziel gekommen. Wir haben einen Kern von Spielern zusammen, um den herum man zur nächsten Saison noch ein paar gute Leute holen muss, und dann können wir um die Meisterschaft spielen."

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