KRIEG IM KAUKASUS : Olympischer Friede? Mobilmachung!

Gerade hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu olympischem Frieden ermahnt. Am Eröffnungstag der Spiele kamen dann die Nachrichten von der Mobilmachung im Kaukasus (siehe Seiten 1 und 2). Aber was bedeutet eigentlich „Olympischer Friede“? Er rufe alle Kriegsparteien weltweit dazu auf, dem traditionellen Waffenstillstand zu folgen, hieß es in der Erklärung des UN-Chefs. Er berief sich auf eine Tra dition, die bis in die Antike zurückreicht. Zu den antiken olympischen Wettkämpfen herrschte jeweils Waffenruhe, damit Sportler und Zuschauer gefahrlos nach Olympia reisen konnten. Diese Tradition wurde wiederbelebt und im Jahr 2000 in Athen das „Internationale Zentrum für olympische Waffenruhe“ gegründet. Und in der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen hieß es: „Wir fordern die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, einzeln und gemeinsam heute und in Zukunft die olympische Waffenruhe einzuhalten und das Internationale Olympische Komitee bei seinen Bemühungen um die Förderung des Friedens und der Verständigung zwischen den Menschen durch den Sport und das olympische Ideal zu unterstützen.“ Hier hat Ban Ki Moon direkt angeknüpft: Auch wenn der Waffenstillstand nur von begrenzter Dauer sei, habe er doch unbegrenzte Möglichkeiten, sagte der UN-Chef. „Er bietet eine Pause, um die hohen Kosten des Kriegs zu überdenken, die Möglichkeit, einen Dialog zu beginnen, und ein Zeitfenster, um der leidenden Bevölkerung eine Atempause zu verschaffen.“ Die olympische Bewegung und die Vereinten Nationen strebten die gleichen Ziele von Frieden, Wohlstand und Würde an, sagte der UN-Generalsekretär – ohne sich aber damit im Kaukasus Gehör zu verschaffen. mah

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www.tagesspiegel.de/olympia2008

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