Krise bei den Hamburg Freezers : „Keinen Bock auf Durchhalteparolen“

Die Hamburg Freezers stecken nach nur 14 Spieltagen in der größten sportlichen Krise ihrer Geschichte.

Claus Vetter

Die Fans protestierten. Da versuchte es der kommissarische Generalbevollmächtigte der Freezers mit Volksnähe. Moritz Hillebrand ging in die Fankurve, sprach mit dem frustrierten Volk. „Zumindest war der Aggressionslevel nicht so hoch wie er es früher in Berlin bei den Eisbären war.“ Es war wieder einmal ein trister Abend für die Anhänger der Freezers in der Arena im Hamburger Volkspark. 0:6 gegen die Adler Mannheim – die zehnte Niederlage im 14. Spiel. In Hamburg funktioniert in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga wieder mal wenig.

Bereits im achten Jahr versucht der von der Anschutz-Gruppe einst von München nach Hamburg verfrachtete Klub das zu erreichen, was ihm in Berlin mit den Eisbären gelungen ist: Eine volle Halle und sportlichen Erfolg zu haben. Nachdem Geschäftsführer Boris Capla gehen musste, soll Hillebrand den Weg in eine bessere Zukunft ebnen. Erfahrung hat er aus seiner Zeit als Sprecher bei den Eisbären und der Anschutz-Gruppe. Er sagt: „Ich habe keine Lust über die negative Entwicklung der jüngsten Jahre zu sprechen.“ Der Status Quo sei klar: „Die Mannschaft hat kein Selbstvertrauen.“

Das Engagement von Anschutz in Hamburg ist langfristig, gehört dem Klubeigner doch auch die Arena – so wie in Berlin. Bei Anschutz wisse man, wie es funktioniere, sagt Hillebrand „Auch mit den Eisbären haben wir Krisen gehabt.“ Zunächst einmal suchen die Freezers einen Geschäftsführer, der den Klub auf Kurs bringen soll. Kurzfristig hat Hillebrand „keinen Bock auf Durchhalteparolen“. Die Fans – 7300 kamen noch gegen Mannheim – hätten schnell mehr verdient. „Ich hoffe, der Trainerstab analysiert die Niederlage und zieht Konsequenzen“, sagt Hillebrand. Sonst könnte es in Hamburg für Trainer Paul Gardner noch ungemütlicher werden, denn Dienstag kommt mit Frankfurt wieder ein sportliches Schwergewicht zu den Freezers.

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