Sport : Küsse am Beckenrand

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Warendorf (dpa). Franziska van Almsick spielt mit der Konkurrenz – fast wie früher. Über ihre Lieblingsstrecke 200 m Freistil begnügte sich die 24-jährige Berlinerin bei den deutschen Meisterschaften in Warendorf im Vorlauf noch mit Platz drei – im Finale holte sie am Samstag mit Weltjahresbestzeit von 1:57,74 Minuten den Titel und das Ticket für die Europameisterschaften in Berlin. Damit feierte van Almsick nach ihrem Überraschungserfolg über 100 m gegen Sandra Völker den zweiten Sieg. Die Konkurrentin aus Hamburg eroberte nach ihren Erfolgen über 50 m Freistil und 100 m Rücken nun über 50 m Rücken in der Weltjahresbestzeit von 28,66 Sekunden Titel Nummer drei.

Jubelnd riss Franziska van Almsick die Arme in die Höhe. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg empfahl sich van Almsick für die EM. Wieder an Land, bedankte sie sich bei ihrem Trainer Norbert Warnatzsch mit einem Küsschen. So schnell war sie seit Jahren nicht mehr gewesen. „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich so schnell geschwommen bin. Wenn ich in Berlin noch einmal so schnell bin, habe ich auf jeden Fall eine Medaille sicher“, sagte van Almsick.

Auch Sandra Völker ließ über 50 m Rücken der Konkurrenz keine Chance. Locker erfüllte sie die EM-Richtzeit und holte sich ihren 41. deutschen Meistertitel. „Alle haben erwartet, dass ich gewinne“, sagte die 28-Jährige im Ziel. „Es war ein schlimmes Rennen. Ich bin froh, dass es vorüber ist.“ Ihr Startrecht für Berlin erkämpfte sich auch die Zweitplatzierte Janine Pietsch aus Riesa.

Bei den Männern gab es ebenfalls Spitzenzeiten. Der Chemnitzer Stev Theloke entriss dem Wuppertaler Thomas Rupprath über 50 m Rücken in 25,26 Sekunden den Europarekord. Beide gingen am vorletzten Wettbewerbstag gemeinsam auf Jagd nach Rekordzeiten. Über 50 m Rücken verpassten sie im Vorlauf die alte Rupprath-Bestmarke zeitgleich nur um zwei Hundertstelsekunden. Im Finale brach dann Theloke den Rekord. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, stellte der Sieger fest. Rupprath, der am Tag zuvor Europarekord über 100 m Schmetterling geschwommen war, qualifizierte sich ebenfalls souverän für die EM. Und so gab es am Ende in Warendorf nur eine Überraschung: Über 100 m Freistil verfehlte Meister Stephan Kunzelmann aus Hannover die Norm.

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