Sport : Kunst im Spiel

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Moritz Schuller sagt, warum

die WM 2006 so wichtig für die Politik ist

Als die Kulturleute ihr Programm vorstellten, studierte der deutsche Innenminister Akten. Doch als André Heller, der Chefkünstler aus Österreich, zum Abschied um „zwischentonreiche Berichterstattung“ bat, lehnte sich Otto Schily noch einmal nach vorn. Vom DFB-Kulturprogramm sei hier immer wieder die Rede gewesen, sagte er, und das sei nicht richtig. Das Geld stamme ausschließlich vom Bund. Alle 30 Millionen.

Vom Bund, also von uns, denkt der Steuerzahler, aber Schily meint auch: von uns – von mir, vom Eichel und vom Schröder. Ob David Bowie bei der Eröffnungsveranstaltung der WM singt oder Paul Simon, ob hier und da ein echter Baselitz zu sehen sein wird, dem Innenminister ist das ein großes Anliegen. 2006 soll schließlich gute Stimmung herrschen im Land – auch dafür lässt sich der Bund dieses Kulturprogramm einiges Geld kosten.

Gute Stimmung ist wichtig, denn 2006 wird in Deutschland gewählt. Ein Aus der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde wäre vermutlich das politische Aus von Gerhard Schröder. Ein Sieg im Finale, das wäre die dritte Amtszeit. Das Spiel auf dem Rasen kann Schröder nicht beeinflussen, das politische Spiel schon. Daran wollte Schily wohl noch einmal erinnern. Auch wenn die WM in weiter Ferne liegt: Der Wahlkampf hat schon begonnen.

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