Kunst in Vancouver : Ethnisch angehaucht

Bunt bemalte Totempfähle, grobe Steinskulpturen und rustikale Holzplastiken – so sieht das künstlerische Erscheinungsbild der Olympia-Stadt aus.

Nicole Bröhan

 Die Galerien- und Museumslandschaft Vancouvers ist zwar überschaubar, sieht man einmal von der Vancouver Art Gallery mit 9000 Werken ab. Auf den zweiten Blick aber glänzt die Stadt mit Kunst.

„Vancouver ist die Stadt der Künstler. Toronto die Stadt der Sammler“, sagt Lindsay Wiens von der Galerie Monte Clark, die in beiden Städten vertreten ist. Jeff Wall, hoch geschätzter Fotokünstler, Rodney Graham, vielschichtiges Multitalent, sowie Stan Douglas mit seinen originellen Videoinstallationen haben Bedeutung weit über Kanada hinaus erlangt – unter dem Begriff „Vancouver School“. Doch höchstens der Bezug zur Video- und Fotokunst vereint sie – und die Tatsache, dass sie im Ausland zu Stars wurden. In New York, London, Berlin feierten sie Triumphe und füllten Galerien, bevor im Heimatland ihr Potenzial erkannt wurde.

Auch die Contemporary Art Gallery genießt einen exzellenten Ruf über Kanda hinaus. Sie zeigt Trends in der zeitgenössischen Kunst. Und die Vancouver Art Gallery veranstaltet regelmäßige „Kabinettausstellungen“ für junge, aufregende Gegenwartskünstler. Solche wie Scott McFarland und Brian Jungen: Beide gehören zu den neuen Shootingstars der kanadischen Kunstszene. In den subtilen Landschafts- und Gartenfotografien McFarlands lässt sich die inspirierende Weitläufigkeit und grandiose Natur Kanadas erahnen. Brian Jungen hingegen, einer der wenigen renommierten Künstler mit indianischen Wurzeln, widmet sich mit seinen erfrischend hintergründigen Plastiken, Installationen und Masken der nationalen Identität und Alltagskultur. Gerade im ethnisch enorm vielfältigen Vancouver ist das ein ständig präsentes Thema.

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