Sport : Kunststück ohne Glanz

Dortmund stellt beim 2:0 über Hannover einen Rekord ein

Felix Meininghaus

Dortmund. Ein wenig wehte gestern Nachmittag ein Hauch Geschichte durch das Westfalenstadion: Borussia Dortmund gewann sein Heimspiel gegen Hannover 96 vor 68 600 Zuschauern 2:0 (1:0) und stellte damit einen Uralt-Rekord aus den Sechzigern ein: 24 Mal waren Libuda, Emmerich, Held und Co. seinerzeit im alten Stadion Rote Erde ungeschlagen geblieben, das gleiche Kunststück gelang deren Enkeln 37 Jahre später im Westfalenstadion nun auch.

Das klingt nach Glanz und Gloria, doch das trügt. Was Dortmund seinem Klientel bot, war „ein geschmackloser Arbeitssieg“, wie es Christoph Metzelder formulierte. Zudem ein glücklicher. Zumindest in der ersten Halbzeit, als die Gäste spielerisch und läuferisch stark agierten, jedoch gleich drei Großchancen ungenutzt ließen. Unter anderem einen Foulelfmeter, den Gheorghe Popescu lässig neben das Tor setzte. Ein Umstand, der Fredi Bobic missmutig zurückließ. Der Torjäger hätte gern gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber getroffen, „doch ich war für Elfmeter nicht eingeteilt“, sagte er, „darüber wird noch zu reden sein.“

Für die schwache Vorstellung hatte Dortmunds Trainer Matthias Sammer Verständnis: „Nach dem Spiel gegen Moskau konnten wir einfach nicht die nötige Frische haben.“ Was soll’s, es hat ja auch so gereicht, weil die Dortmunder vor dem Tor wesentlich zielstrebiger spielten. So nutzte Nationalspieler Torsten Frings nach 33 Minuten die erste Chance des Meisters zur Führung. Nicht nur deshalb verdiente sich der überragende Akteur ein Sonderlob seines Trainers. „Er war schon gegen Moskau Weltklasse, und er war auch heute Weltklasse.“

Auch nach dem Wechsel sorgte Frings dafür, dass Dortmund nicht in Bedrängnis kam. Dabei wurden die Gastgeber auch noch von den Unparteiischen begünstigt. Vor dem 2:0, dem ersten Bundesligator von Leandro de Deus Santos, stand der vorbereitende David Odonkor im Abseits, doch der Linienrichter bekam es nicht mit. Nun können die Dortmunder die entscheidende Dienstfahrt der Champions-League-Zwischenrunde mit einem Erfolgserlebnis antreten. Leichter wird die Aufgabe beim AC Mailand dadurch indes nicht. „Eine kleine Chance ist noch da“, sagt Frings, „und die wollen wir nutzen.“

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