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Leser auf Tagesspiegel.de diskutieren, wie es mit der deutschen Mannschaft nach dieser EM weitergehen soll:

Weiter junge Spieler intensiv ausbilden und betreuen... Denn je größer die Auswahl an Qualitätsspielern, desto besser die Mannschaft, die man daraus aufbauen kann. Und je größer die Qualität, desto größer kann das gesunde Selbstbewusstsein sein.

mansfield

Weder war ich 2010 lange wirklich enttäuscht, noch bin ich es heute, nachdem ein wenig Zeit verstrichen ist. Ich verstehe diese Jahre als Entwicklung der Nationalmannschaft, und die Entwicklung verläuft sehr gut. Die Spanier sind zum gleichen Zeitpunkt ihrer Entwicklung immer und immer wieder im Viertelfinale gescheitert. Für diese junge deutsche Elf wird es jetzt wirklich interessant. Die letzten alten Zöpfe werden abgeschnitten, die erste große Charge junger talentierter Spieler aus der Ausbildung der Vereine und des DFB werden ihre Schlüsselpositionen in der Nationalmannschaft einnehmen. Die nächsten beiden Jahre werden großartiger werden als alles, was wir seit 2004 erlebt haben.

joakina

Ich glaube zwar nicht an Leitwölfe, sondern an gute Fußballer. Aber ein Quäntchen Balotelli würde den Schländern mal ganz gut tun. Damit meine ich: dieser konformistische Herdenfrieden ist ja schön und gut. Aber entschlossen, voller Testosteron und motiviert kann nur ein Individuum aus ganz individuellen Gründen sein – kein Kollektiv. Solange es nicht den Teamgeist sprengt, ist so ein bisschen unvorhersehbare Beklopptheit vielleicht ne gute Sache. Außerdem: einen prolligen Drillsergeant auf dem Platz braucht man nicht. Aber das unvorhersehbare, zündende. Denn auch geniale Kombinationen setzen – sich sehr gut verstehende – Individuen voraus und kein weichgespültes Kollektiv. Im Fußball reicht es nicht, wenn alle an einem Strang ziehen, man muss sich auch blind auf die Richtung einigen können. Diese Fähigkeit sehe ich bei Deutschland noch nicht.

ichmagkaesespaetzle

Man hatte während der EM den fatalen Eindruck, dass Jogi Löw das von Spanien perfektionierte Kurzpass-Spiel, dieses Ball-Hin-und-Her-Geschiebe vor dem gegnerischen Strafraum auch seinen Jungs verordnen wollte – mit dem bekannten Ausgang. Den erfrischenden, offensiven und druckvollen Tempofußball, mit dem das Team noch vor zwei Jahren England und Argentinien bei der WM in Südafrika geradezu demontiert hatte, habe ich diesmal vermisst. Deutschlands Fußballer werden auch in Zukunft kein spanisches Kurzpass-Spiel in Vollendung spielen können. Letztlich bleibt da das Original immer besser als die Kopie. Deshalb sollte Jogi Löw zu einem eigenen Stil zurückfinden, der auf den individuellen und kollektiven Stärken der deutschen Spieler aufbaut. Zu einer Spielweise, die wir dem Gegner aufzwingen können und nicht umgekehrt. Ansatzpunkte für ein solches Spiel gibt es genug – - bei der WM 2006 und 2010 waren sie für alle sichtbar.

spreeathen

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