Sport : Kurzeinsatz ohne Nutzen

SCC unterliegt Piräus in der Champions-League mit 1:3

Karsten Doneck

Berlin . Das erhoffte Zeichen kam 16 Minuten vor dem ersten Ballwechsel. Marco Liefke entledigte sich seiner Trainingsjacke, hob die Hand wie zum flüchtigen Gruß. Mirko Culic registrierte Geste. Der Trainer kritzelte den Namen seines besten Spielers noch schnell auf den Bogen mit der Aufstellung. „Ich bin einsatzbereit“, hatte Liefke seinem Trainer signalisiert. Der Nationalspieler des Deutschen Volleyball-Meisters SC Charlottenburg kam im Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus allerdings erst im dritten Satz aufs Feld, einen längeren Einsatz ließ eine Verstauchung im rechten Sprunggelenk nicht zu. Mit Liefke wuchs kurzzeitig die Hoffnung der Charlottenburger, trotz eines 0:2-Satzrückstands noch gewinnen zu können. Doch sein Kurzeinsatz half genauso wenig wie die leidenschaftliche Unterstützung von knapp 2000 Zuschauern in der Sömmeringhalle. Die Charlottenburger unterlagen Piräus mit 1:3 (22:25, 26:28, 25:18, 17:25). Es war die zweite Niederlage im dritten Champions-League-Spiel. Beim SCC reift die Erkenntnis, dass der Weg in Europas Volleyball-Höhen weit und beschwerlich ist.

Entschuldigend nehmen die Charlottenburger für sich in Anspruch, dass nicht nur Liefke gehandicapt ins Spiel ging, sondern in Sebastian Prüsener ein weiterer Nationalspieler ausfiel. Prüsener hatte sich in einem Testspiel eine Kapsel- und Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen, die ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwingt. Zwei Leistungsträger nicht dabei – das konnte selbst ein brillant blockender und schmetternder Robert Kromm nicht kompensieren. Der 19-jährige Außenangreifer blockte mit seinen 2,11 Metern Körpergröße immer wieder die Angriffe der Griechen ab und nutzte jede Gelegenheit, um für sein Team zu punkten.

Die Leistungsdifferenz zwischen dem SCC und Piräus beschränkte sich auf Kleinigkeiten. Die Griechen verrieten in der Annahme Unsicherheiten, ihre Ratlosigkeit, einen gegnerischen Block mit Robert Kromm zu überwinden, war augenfällig. Im ersten Satz führten die Charlottenburger 8:3 und hielten den Ausgang bis zum 22:23 offen. Noch enger verlief der zweite Satz. Zwei Satzbälle vergab der SCC, der Kontrahent seinerseits setzte sich mit dem zweiten Satzball 28:26 durch. Im dritten Satz beflügelte Liefkes Einsatz die Aktionen, aber der Nummer eins der Charlottenburger war anzumerken, dass es ihm aufgrund der Verletzung an Sprungkraft mangelte. Dass der vierte Satz der letzte war, hing auch damit zusammen, dass Liefke seiner Führungsrolle innerhalb des Teams kräftemäßig nicht mehr gewachsen war.

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