Sport : Kurzmeldungen

FAKTEN

Blatter bekommt Schützenhilfe

Der mit dem Vorwurf der Bestechung konfrontierte Fifa-Präsident Joseph Blatter hat Schützenhilfe erhalten. Mohamed Bin Hammam, Fifa-Exekutivmitglied aus Katar, wies am Montag ebenso wie zuvor Blatter die Anschuldigungen aus Somalia zurück und stellte stattdessen ebenfalls die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen Farah Addo aus Somalia in Frage. Zudem forderte er sowohl den Fußball-Weltverband als auch den afrikanischen Fußball-Verband CAF zur Bildung von Untersuchungskommissionen auf.

Tod auf dem Spielfeld

Der portugiesische Basketball-Nationalspieler Paulo Pinto ist am Sonntag bei einem Erstliga-Spiel nach einem Herzstillstand gestorben. Der 28-Jährige war während der Partie seines Klubs Aveiro Basket gegen Benfica Lissabon zusammengebrochen. Pinto bestritt insgesamt 65 Länderspiele für die Nationalmannschaft Portugals.

Engländer scheitern an Japan

Englands Hockeyspieler haben bei der WM in Kuala Lumpur (Malaysia) das Halbfinale verpasst. Der Olympiasieger von 1988 unterlag in seinem vorletzten Gruppenspiel Japan 1:2 (0:2) und verspielte so die letzte Chance auf einen der ersten beiden Plätze in der Vorrundengruppe B. Für Japan war es der erste Sieg überhaupt gegen die Briten.

Metro Stars legen Protest ein

Die DEG Metro Stars aus Düsseldorf, Club der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), haben trotz ihres 2:1-Erfolgs nach Penaltyschießen am Sonntag bei Meister Adler Mannheim Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Wie Düsseldorfs Kotrainer Walter Köberle bestätigte, gilt ein noch in Mannheim formulierter Zusatzbericht als offizieller Protest. Nach Ansicht der Metro Stars lag ein nicht geahndeter Regelverstoß vor, als die Gastgeber in der Schlussphase sieben Spieler auf dem Eis hatten.

KRANKENSTAND

Beckenbauer rät Deisler zu Verzicht

Nationalspieler Sebastian Deisler von Hertha BSC soll im Zweifelsfall auf die WM-Teilnahme verzichten und dafür gesund zu Bayern München wechseln. Dies hat Bayern-Präsident Franz Beckenbauer gefordert. Sollte Deisler nicht völlig fit sein, "wäre es gescheiter, er würde da bleiben und sich auf die neue Saison bei den Bayern vorbereiten", sagte Beckenbauer im "Kicker".

Schalke ohne Drei

Von erheblichen Verletzungssorgen wird der FC Schalke 04 im Halbfinale des DFB-Pokals am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) gegen Bayern München geplagt. Kapitän Tomasz Waldoch hat sich einen Innenbandanriss im rechten Sprunggelenk zugezogen und muss mindestens zwei Wochen pausieren. Auch Waldochs Mannschaftskollege Tomasz Hajto steht wegen eines Syndesmoserisses nicht zur Verfügung steht. Auch für Emile Mpenza kommt ein Einsatz laut Auskunft des Cup-Verteidigers noch zu früh. Der belgische Stürmer wird noch immer wegen hartnäckiger Oberschenkelprobleme medizinisch behandelt. Fraglich ist noch der Einsatz von Jiri Nemec. Nico van Kerckhoven dürfte bis Mittwoch dagegen seine Magen-Darm-Probleme überwunden haben.

Bayern ohne Zwei

Bayern München muss im DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch bei Schalke auf zwei Stammspieler verzichten. Mehmet Scholl musste das Training am Montag wegen einer Oberschenkelverletzung abbrechen. Der Franzose Willy Sagnol leidet noch unter einer schmerzhaften Oberschenkelprellung. Sammy Kuffour hingegen hat seine Sprunggelenkprobleme rechtzeitig auskuriert.

Lampe auf dem Weg der Besserung

Werner Lampe, Olympia-Dritter von 1972 über 200 m Freistil, befindet sich nach einem Herzinfarkt auf dem Weg der Besserung. Derzeit liegt der 49 Jahre alte Unternehmer, der bei den Spielen in München auch wegen seiner Glatze große Popularität erlangte, im Stadtkrankenhaus Cuxhaven. Der Staffel-Weltmeister von 1975 soll am Donnerstag aus dem Hospital entlassen werden.

SCHACHZÜGE

Kasparow dominiert

Seitdem Ruslan Ponomarjow Fide-Weltmeister ist, muss der 18-Jährige nicht nur am Schachbrett mit noch härterem Widerstand rechnen. Der schmächtige Blonde aus dem ukrainischen Kramatorsk war nach seinem Titelgewinn Ende Januar sogar von seriösen Gazetten als "Technokrat" und "Milchgesicht" verunglimpft worden, als ein "Zufalls-Champion" einer Weltmeisterschaft, die wegen ihrer umstrittenen Austragungsform im Grunde gar keine gewesen sei. Auch sein Landsmann Wassili Iwantschuk hatte sich nach seiner unglücklichen Finalniederlage zu der Aussage hinreißen lassen, Ponomarjow sei noch kein Topspieler. Und der Weltranglisten-Erste Garry Kasparow, der die Fide-WM wie üblich ignoriert hatte, behauptete, er wisse gar nicht, wie Ponomarjow aussehe.

Zurzeit haben Kasparow und Ponomarjow im andalusischen Linares erstmals direkt miteinander zu tun. Für den jungen Fide-Weltmeister ist es das erste Eliteturnier. Inzwischen ist die zweite Turnierhälfte angebrochen, und es hat sich bestätigt, was objektive Experten ohnehin nicht bezweifelt hatten: Ponomarjow spielt auf ebenso hohem Niveau wie die anderen Ausnahmestrategen. Nach seinem Auftaktsieg gegen Iwantschuk folgten eine Niederlage gegen den Briten Michael Adams und fünf Remisen, unter anderem gegen Kasparow. Zwar vermochte Ponomarjow die sizilianische Verteidigung Kasparows nicht ernsthaft in Gefahr zu bringen, aber immerhin bewies er just in jenem Moment Steherqualitäten, als der 38-jährige Russe seinen kleinen Endspielvorteil auszubauen schien. Offenbar wollte Kasparow, nachdem das Remis besiegelt war, noch gemeinsam mit seinem Gegner analysieren. Doch Ponomarjow ging wortlos an ihm vorbei.

Eindeutig bleibt jedoch Kasparows sportliche Dominanz, zumal in Abwesenheit des Braingames-Weltmeisters Wladimir Kramnik. Nach seinem jüngsten brillanten Sieg über den in Linares erstaunlich stark aufspielenden Spanier Francesco Vallejo Pons, 19, führt Kasparow das siebenköpfige Teilnehmerfeld mit 4,5 Punkten an, verfolgt von vier Großmeistern mit je einem Punkt Rückstand: Ponomarjow, Iwantschuk, Adams und Anand. Auffallend hoch ist die Remisquote: Bislang endeten drei Viertel aller Partien unentschieden.

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