Sport : Kurzmeldungen

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SCHACHZÜGE

Anand genießt und gewinnt

Der indische Schachgroßmeister Viswanathan Anand (33) hat im „Duell der Weltmeister“ den amtierenden Fide-Champion Ruslan Ponomarjow (19) mit 4,5:3,5 Punkten besiegt. Obwohl wie immer bei den Mainzer „Chess Classics“ Schnellschach gespielt wurde, war die Qualität der Partien beachtlich. „Ein sehr aufregendes, abwechslungsreiches Duell. Man bedenke, dass wir in den acht Partien acht verschiedene Eröffnungssysteme gespielt haben“, sagte Anand. „Das Niveau war höher als im letzten Jahr gegen Kramnik. Damals litten wir beide unter der Bürde, Weltmeister zu sein, diesmal konnte ich es mehr genießen."

Die Entscheidung fiel erst in den letzten Spielminuten der achten Partie, als Anand seinen jungen Gegner mit einem doppelten Springeropfer überraschte.

Anand - Ponomajow (8. Partie): 1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. Sf3 Sf6 4. e3 e6 5. Lxc4 c5 6. 0-0 a6 7. a4 Sc6 8. De2 Le7 9. Td1 0-0 10. dxc5 (Eine Nebenvariante des angenommenen Damengambits.) 10…Dc7 11. b3 Lxc5 (Yasser Seirawan, jener US-Großmeister, der unlängst die Initiative zur Vereinigung der beiden Schachverbände gab, hatte einst mit dem Bauernopfer 11…e5 12. Sc3 e4 13. Sd2 Lg4 14. f3 exf3 15. gxf3 Lh5 experimentiert. „Vielleicht ist Seirawans Idee gut“, sagte Anand. „Ich habe mich allerdings nicht auf diese Variante vorbereitet, sondern erst zwei Minuten vorher entschieden, sie zu spielen.“ Ponomarjow versucht fortan mit einfachen Entwicklungszügen, die weiße Initiative auszudünnen, überlässt Anand jedoch die Kontrolle über das zentrale Feld e5.) 12. Lb2 b6 13. Sbd2 Lb7 14. Tac1 Sb4 15. Sg5 De7 16. Sdf3 h6 17. Sh3 Tfd8 18. Sf4 Txd1+ 19. Txd1 Td8 20. Txd8+ Dxd8 21. Se5 Sbd5 22. Sh5 Le7 23. h3 Dc7 (Trotz Turmtausches konnte Ponomarjow den Druck noch nicht ganz abschütteln, so wäre seine Position nach 23…Sxh5 24. Dxh5 De8 25. Sg4 Dd8 26. Sxh6+gxh6 27. Dxh6 Sf6 28. Ld4 nicht leicht zu verteidigen.) 24. e4 Sb4 25. Sxf7! (Ein spektakulärer Einschlag, der sofort Wirkung zeigt.) 25…Kxf7 26. Sxg7! Lc8? („Ich habe die Stellung mit meinem Schachprogramm geprüft. Es meint, dass Schwarz mit 26…Kxg7 27. Dg4+ Kh8 überleben kann“, sagte Anand.)

Tatsächlich wäre dann 28. Dh5 Kg7 29. Dg4+ Kh8 bloß remis. Interessant wäre aber, so Anand, 28. Dg6 e5 29. Dxh6+ Sh7 30. De6. („Mein Gegner hätte es mit nur noch drei Minuten Bedenkzeit schwer gehabt, alle Komplikationen zu durchschauen") 27. Sf5 b5? (Zäher war 27...Df4, z.B. 28. Sxe7 Kxe7 29. g3 Dg5 30. h4 Dc5 31. e5 Sfd5 32. Dg4, mit besseren Chancen für Weiß.) 28. axb5 axb5 29. Sxe7 Kxe7 (Falls 29...bxc4, so 30. Lxf6 Kxf6 31. Sg8+! Kf7 32. Sxh6+ Kg7 33. bxc4! Kxh6 34. Dd2+ Kg6 35. Dxb4.) 30. Lxb5 Dc2 31. La3! Dc3 32. Dc4! Da1+ 33. Kh2 Dxa3 34. Dxc8 Da5 (Oder 34...Dxb3 35. e5!) 35. Dc5+ Kd8 36. Dd6+ Kc8 37. Dxe6+ Kb8 38. Lc4 Dc7+ 39. e5 Se4 40. f4 Sd2 41. Dxh6 Sxc4 42. Df8+ Ka7 43. Dxb4 Sb6 44. e6 Sc8 45. Dd4+ Kb8 46. De5 – 1:0. Martin Breutigam

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