Sport : Kurzmeldungen

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WMFAKTEN

Entscheidungen ohne Deutsche

Ohne einen deutschen Athleten in den Finals und Endläufen werden am Freitag die Medaillen vergeben. Während der Deutsche Leichtathletik-Verband über 400 m Hürden gar nicht erst verteten war, scheiterten 200-m-Sprinter Tobias Unger (Kornwestheim) und Weitspringer Nils Winter (Leverkusen) in der Qualifikation. Winter teilt dieses Schicksal allerdings mit Seriensieger Ivan Pedroso aus Kuba, der sich geschwächt durch eine Verletzung nicht für das Finale qualifizieren konnte.

Drechsler übt Kritik

Olympiasiegerin Heike Drechsler kritisiert die deutschen Leichtathleten. . „Manche Athleten sind sich zu schade, sich richtig zu schinden und zu quälen, da sind viele Softies dabei“, schrieb die 38-jährige Weitspringerin aus Karlsruhe in einer Kolumne für die Münchner „Abendzeitung“. Dass den Deutschen bei der WM die größte Pleite seit Jahren droht, wundert sie nicht. „Das musste ja irgendwann einmal so kommen.“ Um wieder erfolgreich zu sein, müsse es mehr Typen geben wie den extrovertierten Stabhochspringer Tim Lobinger.

Digel fordert Einsicht

Weniger Stars, mehr Spannung und schwierige Zeiten für die deutsche Leichtathletik prophezeit Helmut Digel. „Die Medien, Sponsoren und der Verband selbst müssen begreifen, dass es in naher Zukunft nicht mehr so viele Medaillen für Deutschland geben wird wie bisher“, sagte der Vizepräsident des Weltverbandes IAAF. Er forderte auch, dass das System überdacht werden müsse.

Jamaikas Einspruch abgelehnt

Einspruch hatte der jamaikanische Verband am Mittwoch gegen die Entscheidung über 400 m der Männer eingelegt. Seiner Ansicht nach sollten Fernsehbilder beweisen, dass der Jamaikaner Michael Blackwood und nicht der Franzose Marc Raquil im Endlauf als Dritter die Ziellinie überquert hatte. Das Berufungsgericht des Weltverbandes IAAF lehnte den Einspruch allerdings ab.

Erstmals ausverkauft

Am fünften Wettkampftag war das Stade de France zum ersten Mal ausverkauft. Obwohl die WM in Frankreich insgesamt auf große Resonanz stößt, hatten die Organisatoren das jedoch eher einem Zufall zu verdanken. Am Mittwochabend stand das Finale über 400 m der Frauen auf dem Programm, jene Konkurrenz, in der die französische Leichtathletik-Nationalheldin Marie-José Perec an den Start gehen sollte. Bereits Wochen vor der WM sagte Perec verletzt ab, doch zu diesem Zeitpunkt waren schon 81 Prozent der Eintrittskarten verkauft.

Endlich Silber

Dass er sich über 10 000 Meter diesmal mit Platz zwei begnügen musste, war für Haile Gebrselassie aus Äthiopien keine Schande. Zum einen musste er sich seinem Landsmann Kenenisa Bekele geschlagen geben, zum anderen hatte die Silbermedaille für den 30-Jährigen eine ganz besondere Bedeutung. „Sie passt optimal in meine Sammlung“, sagte der zweimalige Olympiasieger. „Ich habe zu Hause 14 Goldmedaillen, aber nur eine silberne. Und die ist von 1993 und schon etwas schwarz. Meine Töchter haben mich schon gefragt, wie eine Silbermedaille normalerweise aussieht.“

Die Herausforderung

Die Kommentare des Journalisten Doc Gyneco waren der Französin Muriel Hurtis offenbar zu kritisch. „Bist du überhaupt schon mal selbst 200 m gelaufen?“, fragte ihn die Sprinterin. „Ja, viermal. Ich bin ein richtiges Flugzeug“, antwortete der Reporter. Worauf Hurtis ihn zu einem Wettlauf herausforderte und ankündigte: „Wenn ich verliere, beende ich meine Karriere.“

Zwei Meter oder nichts

„Entweder ich springe über zwei Meter, oder ich fliege gleich in der Qualifikation raus“, sagt die beste deutsche Hochspringerin Daniela Rath vor der Qualifikation am Freitag. Insgesamt haben neun WM-Teilnehmerinnen in dieser Saison bereits zwei Meter oder mehr überquert.

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