Sport : Lächelnde Lachnummer

Takahara verfehlt aus sieben Metern das leere Tor – doch der HSV profitiert beim 1:0 von einem Bielefelder Eigentor

Karsten Doneck

Hamburg. Gewinnen geht im Fußball ganz einfach. Man lässt den Gegner ein frühes Tor schießen. Die Mannschaft, die noch ohne Tor ist, begnügt sich in der Folgezeit mit einem ziemlich unproduktiven Gebolze und freut sich am Ende doch über drei Punkte.

Wie das möglich ist? Der Hamburger SV machte es gestern vor. Da unterlief Arminia Bielefelds Torhüter Mathias Hain in der mit 46 160 Zuschauern gut gefüllten AOL-Arena in der neunten Minute ein Eigentor. Von seinem Kopf prallte eine von seinem Teamkollegen Bastian Reinhardt abgefälschte Hereingabe des Hamburgers Takahara ins Netz. Von diesem Treffer zehrte der HSV den ganzen Rest des Spiels, freute sich am Ende über einen 1:0 (1:0)-Sieg und den Sprung auf den viertenTabellenplatz.

In dem wenig unterhaltsamen Spiel sorgte der HSV wenn schon nicht für ein selbst geschossenes Tor, so doch für die große Lachnummer. Kurz vor Schluss, Bielefelds Torwart Hain war längst vom Vorwärtsdrang gepackt, lief Naohiro Takahara ganz allein auf das leere Tor zu. Nichts, aber auch gar nichts mehr konnte das 2:0 verhindern. Außer Takahara selbst: Der verfehlte das leere Tor aus sieben Metern kläglich. „Ich war mir wohl zu sicher“, entschuldigte sich der Stürmer aus Japan hinterher – und lächelte.

Gar nicht zum Lächeln war hingegen Dietmar Beiersdorfer zumute, dem HSV-Sportchef. „Der Trainer wird die Nachlässigkeiten, die sich in der zweiten Halbzeit bei uns bemerkbar gemacht haben, ansprechen. So etwas können wir uns nicht in jedem Spiel leisten“, sagte er. Auch Trainer Kurt Jara wusste um die Schwächen. „In der zweiten Halbzeit haben wir aufgehört, Fußball zu spielen.“ Noch drastischer formulierte es Torwart Martin Pieckenhagen: „Nach der Pause war unsere Leistung eine Katastrophe.“ Die Bielefelder indes verstanden es nicht, den konfusen HSV entscheidend unter Druck zu setzen. „Deshalb ist unser Sieg auch verdient“, meinte Beiersdorfer. Und da wirkte er doch ein wenig zufrieden.

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