Länderspiel : Ein Sieg macht viel Hoffnung

Im letzten Testspiel vor der Benennung des EM-Kaders gewinnt die deutsche Mannschaft souverän 4:0 gegen Gastgeber Schweiz.

Stefan Hermanns
Klose
Leicht gemacht. Klose erzielt das 1:0 nach einem Fehler des Schweizer Torwarts Benaglio. -Foto: AFP

BaselDas letzte Mal war der Basler St. Jakob-Park vor der Weltmeisterschaft 2006 offiziell ausverkauft, als die Schweiz gegen Brasilien spielte. Seither hat der Ko-Gastgeber der Europameisterschaft einige renommierte Mannschaften empfangen, so große Bedeutung wie dem Spiel gegen Deutschland gestern ist aber seitdem keinem Spiel beigemessen worden. Für beide Mannschaften war es vor 38 500 Zuschauern das letzte Länderspiel vor der Bekanntgabe ihrer Kader für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Die deutsche Nationalmannschaft gewann durch zwei Tore von Mario Gomez und je eines von Miroslav Klose und Lukas Podolski 4:0 (1:0).

Bundestrainer Joachim Löw gibt am 16. Mai bekannt, welche 23 Spieler er für die EM beruft. Welche Erkenntnisse ihm das Spiel gebracht hat, wird er wohl selbst erst nach einer detailierten Analyse wissen. Der Test auf dem schlechten Rasen in Basel war insgesamt spielerisch nicht unbedingt hochklassig. Zu oft unterbanden die zunächst sehr gut organisierten Schweizer das Kombinationsspiel der Deutschen, zu schwach war der EM-Gastgeber dann im Abwehrverhalten nach der Pause.

In der Startelf von Joachim Löw fehlte etwas überraschend der formschwache Bernd Schneider, für ihn spielte im Mittelfeld Clemens Fritz. Auf der Bank saßen auch die beiden Verteidiger von Hertha BSC. Nicht überraschend Steve von Bergen bei den Schweizern und überraschend bei der deutschen Mannschaft Arne Friedrich. An seiner Stelle kam der Schalker Heiko Westermann zum Einsatz. Bei seinem Debüt in der Nationalelf beim 3:0 in Österreich in Februar hatte Westermann – wie seine Mannschaftskollegen – einige Schwächen gezeigt. Für dieses Spiel wollte sich die deutsche Mannschaft rehabilitieren, und schon in den ersten zwei Minuten gelangen ihr drei Offensivaktionen. Bastian Schweinsteiger zielte aber am Tor vorbei.

Auch danach hatten die Deutschen die viel versprechenderen Ansätze in ihrem Spiel, das erste Tor erzielten aber die Schweizer. Nach einer Viertelstunde traf aus kurzer Distanz Kapitän Alexander Frei, der nach einem Jahr Verletzungspause zum ersten Mal wieder für die Schweiz spielte. Allerdings stand Frei im Abseits. Das Tor wäre eine Koproduktion von Bundesligaspielern gewesen: Einen Freistoß des starken Leverkuseners Tranquillo Barnetta hatte der Karlsruher Mario Eggimann zum Dortmunder Frei verlängert. In dem Frankfurter Christoph Spycher und dem Wolfsburger Diego Benaglio standen noch zwei weitere Bundesligaspieler für die Schweiz auf dem Platz. Torwart Benaglio machte beim Führungstor der Deutschen eine schlechte Figur, als er an eine Hereingabe von Mario Gomez nicht ganz herankam und Klose den Ball nur ins Tor schieben musste. Es war Kloses 38. Länderspieltor, der damit den bislang torgleichen Oliver Bierhoff überholte. Die deutsche Mannschaft führte nach 23 Minuten 1:0, und auch danach hatte sie bei Schüssen von Thomas Hitzlsperger und Michael Ballack die besseren Chancen. Die Schweizer waren nur bei Standardsituationen – wo die Deutschen leichte Unsicherheiten offenbarten – gefährlich. Frei köpfte freistehend direkt auf Jens Lehmann.

Nach der Pause brachen die Schweizer regelrecht ein. Andersherum gesagt drehte der zuletzt auch in der Bundesliga überragende Mario Gomez richtig auf. Zunächst schoss er noch knapp daneben, danach erzielte er in seinem neunten Länderspiel nach schönem Zuspielen von Fritz und des für Klose eingewechselten Lukas Podolski seine Länderspieltore Nummer fünf und sechs. Auch das vierte Tor schoss ein Stürmer: Lukas Podolski spazierte bei seinem Treffer mehr oder weniger unbehelligt aus allerdings abseitsverdächtiger Position durch die Schweizer Abwehr.

Deutschland hatte nach Österreich auch den zweiten EM-Gastgeber deutlich besiegt. Und dieses Mal viel besser gespielt.

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