Länderspiele : Nationalmannschaft erklimmt höchste Höhen

Eine Bergtour in Österreich und der Schweiz soll die Akteure der DFB-Elf auf das gemeinsame Ziel Europameisterschaft einschwören. Neben diesem Abenteuerurlaub gibt es aber auch ganz praktische Aufgaben für die Spieler.

Joachim_Löw
Lehrmeister. Bundestrainer Löw will seine Spieler immer noch verbessern. -Foto: ddp

BerlinEin Punkt in Irland fehlt der deutschen Nationalmannschaft noch zum EM-Ticket, trotzdem gibt Bundestrainer Joachim Löw schon am Dienstag in Berlin den Startschuss zur Fußball- Europameisterschaft 2008. Beim Mannschaftsabend "Bergtour Österreich/Schweiz" will die sportliche Leitung über 30 deutsche EM-Kandidaten von Michael Ballack bis Lukas Podolski auf das Turnier im kommenden Jahr in den Alpenländern einschwören und jedem einzelnen Akteur ein individuelles Anforderungsprofil aushändigen.

"Wir werden den Spielern Dinge mitgeben, die wir von ihnen erwarten an zusätzlicher Arbeit für die EM", verriet Löw vor dem "Bergabend" im DFB-Quartier am Potsdamer Platz. Ganz bewusst wurden zur "Bergtour Euro 2008" auch verletzte Akteure wie die Münchner Miroslav Klose und Philipp Lahm eingeladen sowie EM-Wackelkandidaten wie der Schalker Gerald Asamoah oder Gladbachs Oliver Neuville, die nicht im aktuellen Aufgebot für die Qualifikationsspiele am kommenden Samstag in Dublin gegen Irland und vier Tage später in München gegen Tschechien stehen. "Es werden rund 35 Spieler dabei sein. Wir wollen allen noch einmal klarmachen, dass sie eine Chance bei uns haben, falls die Leistung stimmt, dass die Tür zur EM nicht zu ist", erläuterte Löw. Die genaue Namensliste wollte der DFB nicht veröffentlichen.

Handbuch für jeden Spieler

Im Büro der Nationalmannschaft wird bereits ein Handbuch für jeden einzelnen Spieler mit allen wichtigen Informationen zur EM erstellt, wie Teammanager Oliver Bierhoff auf der DFB-Internetseite berichtete. Von den Trainern werden die Spieler in Berlin auch über die Ergebnisse des letzten Leistungstests informiert. Dazu gibt es DVDs, auf denen Bastian Schweinsteiger & Co. ihre Stärken und Schwächen im technischen und taktischen Bereich vor Augen geführt werden. Ein spezieller konditioneller Basis-Aufgabenkatalog ist erarbeitet worden. Das Leitmotiv für die Spieler, so Löw, lautet: "Daran kannst du weiter arbeiten, daran wirst du auch gemessen."

Am Mittwoch soll dann ein 22-köpfiger Kader die intensive Vorbereitung auf das letzte Auswärtsspiel in der Qualifikation gegen Irland aufnehmen. Löw erwartet, dass schon gegen den Tabellendritten die EM-Fahrkarte auch rechnerisch gebucht wird. Er erwartet aber auch großen Widerstand in Dublin: "Die Iren werden noch einmal alles mobilisieren, um gegen uns zu bestehen und die EM zu erreichen." Sie werden ihre letzte Chance sehen, dementsprechend aggressiv und emotional wird der Gegner gegen uns auftreten."

Personalsituation hat sich kaum entspannt

Löw plagen vor dem Ernstfall auf der grünen Insel weiterhin erhebliche Personalsorgen. Das größte Fragezeichen steht aktuell hinter dem Einsatz von Bernd Schneider. Der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen, nach dem Ausfall von Ballack wieder als Kapitän eingeplant, laboriert weiter an einer Knie-Prellung. Seit der am 20. September erlittenen Verletzung konnte der 33-Jährige nicht mehr spielen, mehrere Comebacks platzten, bei Drehbewegungen hat er weiterhin Probleme. Ungewiss bleibt auch, ob der Stuttgarter Roberto Hilbert trotz einer Kapselverletzung am Sprunggelenk eingesetzt werden kann. Klose, Ballack, Lahm, Christian Pander und Thomas Hitzlsperger fehlen ohnehin.

Entwarnung kam dagegen von Per Mertesacker: Der Bremer Innenverteidiger hatte beim 3:1-Sieg des SV Werder am Samstag in Duisburg einen Schlag auf das linke Knie erhalten. "Ich hatte ein schlechtes Gefühl", sagte Mertesacker, aber diagnostiziert wurde nur ein Bluterguss. Sein Abwehr-Kollege Chrisoph Metzelder reist wie Torwart Jens Lehmann nach Verletzungspause ohne Spielpraxis an. Beim 2:0 von Real Madrid gegen Recreativo Huelva am Wochenende hatte Bernd Schuster den ehemaligen Dortmunder noch nicht wieder eingesetzt. (mit dpa)

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