Sport : Lässig und nachlässig

Die Eisbären verlieren 3:4 beim EV Duisburg

Werner Nieleck

Duisburg - Am Ende war der Torwart schuld. „Sebastian war nicht bereit für das Spiel. Ich hätte ihn nicht einsetzen dürfen, in Zukunft muss er wieder in der zweiten Mannschaft spielen“, sagte Trainer Pierre Pagé. Gerade hatte der EHC Eisbären 3:4 (0:1, 1:0, 2:3) beim EV Duisburg verloren, es war die erste Niederlage der Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach zehn Auswärtssiegen in Serie.

Verantwortlich dafür war allerdings weniger der 18 Jahre alte Torwart Sebastian Stefaniszin. Die Berliner vergaben schon im ersten Drittel eine Reihe bester Tormöglichkeiten, als etwa Steve Walker den Puck am leeren Tor der Duisburger vorbeischob. Das einzige Tor im ersten Drittel fiel für die Duisburger, als Stefaniszin einen Schlagschuss abprallen ließ. Shawn McNeil konnte den Nachschuss aber vor allem deshalb verwandeln, weil Eisbären-Verteidiger Micki DuPont lethargisch zusah.

Nachdem Derrick Walser im zweiten Drittel der Ausgleich gelungen war, waren es Florian Busch, Stefan Ustorf und Mark Beaufait, die lässig und nachlässig gute Tormöglichkeiten vergaben. Auch in der Defensive fehlte den Spielern des Tabellenzweiten der Biss.

Das rächte sich im letzten Drittel, als die Duisburger, die zuvor fünf Spiele hintereinander verloren hatten, durch Bader, Francz und Waginger auf 4:1 davonzogen. Entscheidend behindert wurden sie dabei nicht, beim dritten Gegentreffer etwa begleitete Eisbären-Verteidiger Rob Leask den Torschützen Robert Francz so, als handele es sich um Paarlaufen statt um Eishockey. Stefaniszin war bis auf den zweiten Gegentreffer machtlos.

Als Pagé den Torwart für einen weiteren Feldspieler vom Eis nahm und Walser bei 6:3-Überzahl anderthalb Minuten vor dem Ende das 2:4 gelang, höhnten die 1000 Berliner Fans unter den 3010 Zuschauern: „Jetzt geht’s los!“ Tatsächlich schaffte Denis Pederson fünf Sekunden vor der Schlusssirene noch das 3:4. Aber da hatten die Eisbären schon längst eine Niederlage eingesteckt, an der mehr ihre Überheblichkeit als ihr junger Torwart schuld war.

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