Sport : Läufer gegen Anläufer

Friedhard Teuffel über den Streit zwischen Bundesregierung und Istaf

Friedhard Teuffel

Dass die Deutschen besser werfen können als sie laufen, bringt gerade einige Probleme mit sich, und das beschäftigt selbst die höchsten Repräsentanten der Republik. Die Bundesregierung greift die Veranstalter des Leichtathletik-Meetings Istaf an, warum sie denn keine Speerwerferinnen starten lassen und auch nicht die Diskuswerferin Franka Dietzsch. Sie seien schließlich die wenigen erfolgreichen Athleten, die der deutschen Leichtathletik geblieben sind. Die Veranstalter verteidigen sich, dass Wurfwettbewerbe zu viel Zeit kosten und das Publikum ohnehin lieber Läufer sehen möchte.

Darin steckt ein Grundkonflikt der Leichtathletik mit ihren insgesamt 47 Disziplinen. Sie ist zu komplex und allmählich laufen ihr die Zuschauer davon. Wie die Zuschauer zurückgeholt werden könnten, darauf haben nun beide Seiten eine eigene Antwort. Mit den erfolgreichsten deutschen Athleten, lautet die Antwort der Bundesregierung. Mit den attraktivsten Wettbewerben, entgegnen die Veranstalter, und das seien eben oft diejenigen, in denen die Beine nicht nur zum Anlauf gebraucht werden.

Insgesamt wird sich dieses Problem nur schwer lösen lassen, aber vielleicht ja für das Istaf in diesem oder im nächsten Jahr. Entweder mit einer Zuschauerbefragung, wenn jeder sich beim Kauf einer Karte seine Wettbewerbe wünschen kann. Oder wenn einfach alle gegeneinander werfen, die Diskuswerfer, die Speerwerferinnen und auch Franka Dietzsch. Denn alle kommen sie ungefähr gleich weit.

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