Sport : Lahm in die Klinik statt nach Sardinien

Frank Hellmann

Mannheim - Bis zur 41. Minute war alles in Ordnung. Es wurde fröhlich geklatscht, es wurden Fähnchen geschwenkt und das eine oder andere Tor wurde erzielt. Mit einer Gute-Laune-Erfahrung sollte gestern in Mannheim die deutsche Nationalelf nach Sardinien zum WM-Trainingslager verabschiedet werden. Doch der stimmungsvolle Abend beim lockeren 7:0 (4:0) im Testkick gegen den FSV Luckenwalde bekam eine unangenehme Wendung: Bei einer unglücklichen Aktion verletzte sich Philipp Lahm so schwer am Arm, dass der linke Verteidiger ins Krankenhaus gebracht werden musste. „Es wird eine Kernspintomographie gemacht, damit man einen Ellbogenbruch ausschließen kann“, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke. Eine genaue Diagnose wurde für Mittwoch erwartet.

Jürgen Klinsmann war sichtlich bedient. „Für uns ist die Verletzung das Thema und nicht das Spiel“, sagte der Bundestrainer. „Das kann aber auch im Training immer passieren.“ Die Mannschaft flog zunächst ohne Lahm nach Sardinien. Einen adäquaten Ersatzmann für den Bayern-Profi hat Klinsmann nicht auf seiner Abrufliste – Marcell Jansen wäre bei einem Ausfall Lahms erste Wahl auf der linken Position in der Viererkette.

Die gut gemeinte Aktion mit dem Brandenburger Verbandsligisten, der das Spiel in einer Verlosung gewonnen hatte, war damit konterkariert, auch wenn die Luckenwalder abgesehen von dieser unglücklichen Szene das machten, was von ihnen erwartet wurde: Sie taten den Nationalspielern nicht weh. So bekam das Publikum in den zweimal 30 Minuten im Carl-Benz-Stadion Tore von Asamoah (4.), Schweinsteiger (5./41.), Hitzlsperger (15.), Neuville (17.), Klose (52.) und Hanke (54.) zu sehen. Der überraschend nominierte David Odonkor spielte auch mit, hatte einige spektakuläre Antritte zu bieten und bereitete ein Tor vor. „Ich war etwas nervös“, sagte der Dortmunder, „bin aber sehr positiv im Team aufgenommen worden.“

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