Sport : Land und Mannschaft unter Schock Ghana betrauert den Ausfall von Essien

Berlin - Das WM-Aus von Ghanas Leistungsträger Michael Essien hat die Pläne von Nationaltrainer Milovan Rajevac über den Haufen geworfen. „Er ist ein wichtiger Spieler auf und außerhalb des Platzes“, teilte Rajevac über die Homepage des ghanaischen Fußball-Verbandes GFA mit. Zugleich appellierte der Serbe an seine verbliebenen Profis um den früheren deutschen U-21-Nationalspieler Kevin-Prince Boateng und Kapitän Stephen Appiah, sich von Essiens Ausfall nicht entmutigen zu lassen: „Ich hoffe, dass uns die gesammelten Erfahrungen mit Verletzungen helfen werden, zusammenzuhalten und füreinander zu kämpfen“, sagte Rajevac. Appiah fügte hinzu: „Wir müssen weitermachen, weil Fußball ein Mannschaftssport ist.“ Ghana trifft in der Vorrundengruppe D auf Serbien (13. Juni), Australien (19. Juni) und Deutschland (23. Juni).

Am Donnerstagabend hatte der Verband mitgeteilt, dass Essien wegen einer hartnäckigen Knieverletzung nicht an der WM-Endrunde teilnehmen kann. Als der Mittelfeldspieler vom Englischen Meister FC Chelsea das Trainingsquartier seiner Mitspieler in Paris besuchte, sei der 27-Jährige den Tränen nahe gewesen, berichtete ein Team-Sprecher. Essien hatte sich im Januar beim Afrika-Cup am Knie verletzt. Danach musste er vier Monate pausieren. Schon vor fünf Wochen hatte Essien Zweifel geäußert, ob er rechtzeitig zu WM-Beginn fit werde. „Sollte ich es nicht schaffen, muss ich zu Hause sitzen und das Team wie jeder andere Ghanaer unterstützen“, hatte er damals gesagt. In Essiens Heimat, wo tausende Menschen vor der Schockdiagnose für seine Genesung gebetet hatten, wurde die Nachricht vom Ausfall mit Bestürzung aufgenommen.

Zusätzlich zu Essien bangt Ghana nun auch noch um den Einsatz von Emmanuel Agyemang-Badu. Der U-20-Weltmeister von Udinese Calcio kann wegen einer Knieverletzung, die er sich vor einigen Wochen zugezogen hatte, im Vorbereitungs-Camp in Paris nur dosiert trainieren. Badus Ausfall wäre für Ghana ein weiterer herber Rückschlag. „Emmanuel Agyemang-Badu ist noch immer unsicher, ob er sich rechtzeitig bis zum Turnierstart erholt“, sagte Nationaltrainer Rajevac am Samstag.dpa

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