• Langen denkt ans Karriere-Ende und kämpft für die Zukunft des schnellen Eissports

Sport : Langen denkt ans Karriere-Ende und kämpft für die Zukunft des schnellen Eissports

Hartmut Moheit

Wer ist Norbert Foltin? Bis vor ein paar Tagen wusste das selbst Christoph Langen nicht, obwohl er dem Polen zigfach begegnet ist. Seit der Bob-WM in Altenberg ist alles anders. "Jetzt kenne ich ihn, aber auch seine Probleme", sagt der Deutsche. Langen gibt zu, dass ihn zuvor nur die Teams der Weltspitze interessiert hatten, aber die Männer der dritten Reihe "so ziemlich egal waren". Der Sinneswandel kam beim Deutschen nicht von allein. Eine Aussage von Robert Storey verdeutlichte, warum sich die Aktiven erstmals an einen Tisch setzen mussten: "Ich weiß nicht, wieviel Geld die Weltcupsieger in dieser Saison erhalten werden." Gegen diese allmächtige Politik des Welt-Präsidenten ihres Verbandes aus Kanada wehren sich nunmehr die Aktiven zunehmend. Für den Bundeswehr-Angehörigen aus Unterhaching war es dringend, die Forderungen aller Aktiven zu bündeln. "Wir wollen vom großen Kuchen mehr abhaben", meinte Christoph Langen, der damit keinesfalls in eine Konterstellung zu den Funtionären gehen wollte. "Wir müssen nur einen Konsens finden." Und so kämpft der fast 38-jährige Olympiasieger und mehrmalige Welt- sowie Europameister aus der Bundeswehr-Sportfördergruppe. Es ehrt den blonden Hünen, der Bundestrainer Reimund Bethge als einen "Glücksfall für seine Entwicklung" bezeichnet, dass er dabei nicht an sein Bankkonto denkt. Veränderungen in den Satzungen der Fibt, so hat es Storey bereits verkündet, werden "aus finanziellen Gründen" frühestens nach Olympia 2002 in Salt Lake City möglich sein. "Wenn ich bestimmt nicht mehr durch die Eisrinnen rasen", verkündete Langen. Vielleicht kann er am kommenden Wochenende in Lake Placid im Zweier-Wettbewerb der Goodwill Games noch einmal Kasse machen, wenn für den Sieger die für Bob-Verhältnisse stattliche Summe von 15 000 Dollar ausgeschüttet wird. Der Neubau der Olympiabahn von 1932 und 1980 verschlang 24 Millionen ...

Christoph Langen hat schon andere Dinge im Sinn. Wenn es auch sein Mitkontrahent Harald Czudaj ("Ich lache mit tot darüber, dass er angeblich aufhören werde"), so scheint der gebürtige Kölner das ernst zu meinen. "Ich habe alles gewonnen. Was soll noch kommen? Ein WM-Doppelsieg in Altenberg, das wäre ein schöner Abschluss", sagte er vor der Entscheidung im Vierer, in der er dem Zweiergold jedoch "nur" Silber folgen ließ. Allein die Niederlage gegen den jungen Andre Lange aus Oberhof könnte eine neue Herausforderung sein. In den kommenden Wochen wird es für Langen "viel zu besprechen" geben.

Zunächst wird anderes in den Vordergrund rücken. Dass Langen sich nicht scheut, mit seinem Motorrad den Salzburgring jenseits der 200-km/h-Marke zu umrunden, ist bekannt. Auch, dass er - familiär vorbelastet - ein Faible für das Katamaran-Segeln hat. Neu ist, dass er im April auf dem Nürburgring eine Rennfahrerlizenz erwerben möchte. "Das Größte wäre, wenn ich im Porsche-Carrera-Cup, am Rande eines Formel-1-Rennens, ein Gäste-Cockpit besetzen dürfte. Es ist möglich, dass es damit klappt. Christoph Langen ist schließlich kein Unbekannter - wie etwa Norbert Foltin im Bob.

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