Langlauf : Angerer siegt in La Clusaz

Tobias Angerer hat sich eindrucksvoll in der Weltspitze der Skilangläufer zurückgemeldet. Er holte den Sieg beim 30-km-Massenstartrennen im französischen La Clusaz. Auch das Damenteam überzeugte mit einer guten Vorstellung.

La Clusaz/Leipzig - Zwei Wochen vor Beginn der Tour de Ski zeigt Angerer der Konkurrenz, dass er den ersten Saisonhöhepunkt unbedingt gewinnen will. Gemeinsam mit dem Axel Teichmann (Bad Lobenstein/5.), René Sommerfeldt (Oberwiesenthal/8.) und Jens Filbrich (Frankenhain/12.) sorgte er zudem für ein starkes Mannschaftsergebnis.

"Meine Taktik ist zu 100 Prozent aufgegangen. Ich war immer vorn dabei, habe das Tempo mitbestimmt und war Herr der Situation", erzählte Angerer, der in der Art der Endkampfgestaltung genau so agierte wie bei seinem Gesamtweltcup-Erfolg in der vergangenen Saison. Mit einem langen Spurt über zwei Berge sprengte er das Feld und ließ am Ende auch den sprintstarken Russen Alexander Lechow und Jewgeni Dementjew keine Chance."Jetzt bin ich wieder da", sagte Angerer kampflustig im Hinblick auf die Tour de Ski.

"Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, dazu gehört auch wieder eine Meisterleistung der Ski-Techniker", lobte Bundestrainer Jochen Behle sein Team. Teichmann kämpfte sich mit einer Energieleistung in der letzten Runde noch auf Rang fünf, während Sommerfeldt mit seiner besten Saisonleistung als Fünfter Läufer die Norm für die Weltmeisterschaften im Februar in Sapporo schaffte.

Sachenbacher-Stehle erleichtert

Auch die Frauen überzeugten erstmals in diesem Winter. Evi Sachenbacher Stehle (Reit im Winkl) belegte beim Sieg der Weltcup- Führenden Virpi Kuitunen (Finnland) Platz neun, Claudia Künzel (Oberwiesenthal) wurde 17. und Katrin Zeller (Oberstdorf) kam auf Rang 21.

"Das Ziel war ein Top-Ten-Platz, den hat Evi erreicht", lobte Behle erstmals auch wieder die Frauen, die sich in einem sehr geschlossen laufenden Spitzenfeld von 22 Läuferinnen gut hielten. Vor allem die Tatsache, dass die Zeitabstände nicht sonderlich groß waren, stimmte Behle zufrieden. Aber auch Evi Sachenbacher-Stehle selbst zeigte sich erleichtert.

"Endlich einmal wieder unter den besten zehn, das gibt Selbstvertrauen", sagte die Bayerin. Besonders im Hinblick auf die Tour de Ski schöpft sie nun wieder Optimismus. "Eigentlich hatte ich mir vor der Saison für die Tour viel vorgenommen, doch die Ergebnisse zuletzt ließen mich schon zweifeln. Jetzt hoffe ich, dass ich nach etwas Ruhe zu Weihnachten doch noch in guter Form antreten kann", meinte die Staffel-Olympiasiegerin von 2002. Auch Claudia Künzel, nach einer verletzungsbedingten schlechteren Vorbereitung noch nicht in bester Verfassung, sieht nach Rang 17 optimistisch in die Zukunft. "Ich fühle mich wieder gut beim Laufen. Heute waren aber zu viele Hühner auf einen Haufen und einige bekommen die Beine nicht zusammen. Da konnte man seinen Rhythmus nicht richtig durchbringen", sagte die Oberwiesenthalerin. (tso/dpa)

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