Langlauf-Staffel : Abgehängt im Schneetreiben

UPDATE In der 4 x 10-Kilometer-Langlaufstaffel der Männer geht die deutsche Mannschaft leer aus und wird nur Sechster. Gold sichert sich Schweden vor Norwegen und Tschechien.

Vancouver 2010 - Ski nordisch
Abgehängt. Axel Teichmann (r.) konnte als zweiter Läufer anfangs noch mithalten, fiel später aber vorentscheidend zurück. -Foto: dpa

Immer dichter wurde das Schneetreiben am Mittwoch in Whistler, während sich die Langläufer über ihre vier mal zehn Kilometer kämpften. Die Schweden wussten mit den Bedingungen in der Staffel der Männer am besten umzugehen und sicherten sich souverän den Olympiasieg. Als Zweite liefen die Norweger ins Ziel, bei denen Schlussläufer Petter Northug mit einem furiosen Endspurt noch Plätze gutmachte. Bronze ging an die Tschechen.

Die Deutschen dagegen kamen mit den Verhältnissen gar nicht zurecht. Sie hatten ihre Skier falsch präpariert – und landeten nur auf Rang sechs. Jens Filbrich, Axel Teichmann, Rene Sommerfeldt und Tobias Angerer verpassten so nach Bronze 2002 in Salt Lake City und Silber vor vier Jahren in Turin klar die anvisierte Medaille. „Wir hatten uns für Wachs-Ski entschieden, die bei dem extremen Schneefall hinten raus stumpf waren. Das war für uns natürlich sehr ungünstig“, sagte Bundestrainer Jochen Behle.

Teichmann wird zum Pechvogel

Axel Teichmann, der zwei Tage zuvor im Teamsprint mit Silber seine erste Medaille bei Olympischen Winterspielen gefeiert hatte, ereilte das größte Unglück des deutschen Quartetts. Denn als im Callaghan Valley die großen Flocken vom Himmel fielen, konnte der 30-Jährige mit immer stumpfer werdenden Ski der Spitze im klassischen Stil nicht mehr folgen und verlor auf seiner Schleife fast 30 Sekunden. „Ich habe gekämpft wie ein Löwe. Aber mehr war nicht drin“, sagte Teichmann. Auf den letzten Metern im Stadion blieb Teichmann fast stehen und übergab schon mit mehr als 27 Sekunden Rückstand als Vierter an Sommerfeldt.

Den großen Rückstand konnten die beiden Skater nach ihm nicht mehr zulaufen. Sommerfeldt mühte sich auf der dritten Schleife nach Kräften, konnte jedoch keinen Platz gutmachen und schickte Angerer mit 36,3 Sekunden Rückstand auf die Schlussrunde. Angerer, der letzte Starter und Olympia-Zweite in der Doppel-Verfolgung, konnte den Abstand halten, dem wie entfesselt losstürmenden Norwegen Northug konnte er aber nicht folgen. (dpa)

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