Sport : Langweilig, aber schön

Union siegt trotz schwacher erster Halbzeit gegen den Abstiegskonkurrenten Düsseldorf mit 1:0

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Auf zum Jubeln. Torsten Mattuschka feiert sein Siegtor gegen Düsseldorf. Foto: nordphoto
Auf zum Jubeln. Torsten Mattuschka feiert sein Siegtor gegen Düsseldorf. Foto: nordphotoFoto: Foto © nph ( nordphoto )

Berlin - Der Muntermacher kam nach gut einer Stunde. Kenan Sahin durfte beim 1. FC Union ab diesem Moment für seine Kollegen den Motivator spielen, nachdem das Spiel gegen seinen früheren Klub Fortuna Düsseldorf schleppend und ermüdend dahingeplätschert war. Kaum betrat Sahin das Spielfeld, begann der Berliner Fußball-Zweitligist tatsächlich, ordentlichen, vor allem aber erfolgsbringenden Fußball vorzutragen. Erst setzte Sahin selbst einen Schuss knapp neben das Tor, und nur eine Minute nach seiner Einwechslung traf Kapitän Torsten Mattuschka zum 1:0 (0:0)-Endstand.

Es war ein Ergebnis, auf das man vorher hätte tippen können. Immerhin war das Aufeinandertreffen zwischen den Berlinern und den Rheinländern in den zurückliegenden sieben Partien mit einem 1:0 zu Ende gegangen. An diesem Freitagabend aber schien lange ungewiss, ob sich irgendwann überhaupt mal jemand zu einem Tor würde aufraffen können. Zu ideen- und organisationslos traten beide Mannschaften auf; vor allem bei den Köpenickern lief im Spiel nach vorne so einiges durcheinander. „Wir hatten in der ersten Halbzeit Riesenprobleme“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. „Die einfachsten Pässe haben wir nicht an den Mann gebracht.“ Neuhaus’ Mannschaft hatte nur Glück, dass die Gäste trotz eines muntereren Auftritts ebenfalls ungefährlich agierten.

Brauchte Michael Melka in der neunten Minute noch einen besonders starken Reflex, um den Volleyschuss von John Jairo Mosquera zu parieren, blieb der Düsseldorfer Torwart in den folgenden 50 Minuten weitgehend beschäftigungslos. „Nicht so zum Zuge gekommen“ sei Union in einem insgesamt „durchwachsenen Spiel“, befand der defensive Mittelfeldspieler Dominic Peitz. Nachdem Oliver Fink noch einmal Unions Torhüter Marcel Höttecke getestet hatte, pendelten sich beide Teams in der Tat auf ein mäßiges Niveau ohne Höhepunkte ein. Die 14 309 Zuschauer in der Alten Försterei ließen sich dadurch allerdings nicht schrecken. Während solche Darbietungen andernorts vermutlich Pfiffe provoziert hätten, schmetterten die Berliner Fans unermüdlich ihre Lieder.

Erhört wurden die aufmunternden Gesänge von den Spielern jedoch erst wieder kurz vor der Halbzeit, als Ahmed Madouni, der nach seiner Verletzung für Daniel Göhlert ins Team rutschte, in Folge einer Ecke knapp danebenköpfte. Union war also noch da; und die Düsseldorfer? Die sowieso. Andreas Lambertz war es, der gleich zwei Gelegenheiten liegengelassen hatte, ehe der Schiedsrichter beide Teams pünktlich in die Kabine schickte. Zu diesem Zeitpunkt durfte Uwe Neuhaus „froh sein, dass es nur 0:0 stand“. Viel änderte sich daran zu Beginn der zweiten Hälfte nicht. Zwar bewegte sich Union nun mutiger über den Platz, aber es brauchte schon die Einwechslung von Kenan Sahin, bis das Team sich wirklich fing – und durch den trockenen Schuss Mattuschkas von der Strafraumgrenze entscheidend in Führung ging.

Dass Dominic Peitz den Sieg des 1. FC Union über Fortuna Düsseldorf dennoch in die Kategorie „dreckig gewonnen“ einordnete, war bezeichnend. Nicht nur er hatte nach dem Schlusspfiff wohl immer noch die erste Halbzeit im Kopf.

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