Sport : Lasst uns Trainer bleiben

Wolfsburg Köstner trifft auf Nürnbergs Hecking.

Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Nürnberg - Es ist ein Duell der Gegensätze. Wenn der 1. FC Nürnberg und der VfL Wolfsburg am Samstag im Kellerduell aufeinandertreffen, stehen sich zwei Trainer gegenüber, die derzeit aufregende Zeiten durchleben. Auf der einen Seite Lorenz-Günther Köstner, der Wolfsburger Interimscoach, der trotz seiner Erfolge einen anscheinend aussichtslosen Kampf um den Aufstieg zum Cheftrainer führt. Auf der anderen Seite Dieter Hecking, der sich seines Jobs auch nach sechs sieglosen Partien in Serie und zunehmender Kritik sicher sein kann.

Statistisch gesehen hat Köstner, schon zum zweiten Mal Interimscoach, die beste Bilanz aller Wolfsburger Trainer. Er gewann als einziger über die Hälfte seiner 23 Spiele. In dieser Saison ist seine Bilanz tadellos. Er führte den VfL zum ersten Dreier nach sieben sieglosen Spielen unter Felix Magath und stärkte seine Position durch den Einzug ins Pokal-Achtelfinale.

„Er ist sehr wichtig für uns und gibt uns das Selbstvertrauen zurück“, sagt Spielmacher Diego. Köstner setzt auf Konstanz, will gegen Nürnberg zum dritten Mal nacheinander die gleiche Startelf aufbieten und gilt als kommunikativer und nahbarer als sein entlassener Vorgänger Magath. Allerdings dürfte das auf so ziemlich jeden Trainer zutreffen.

Dennoch gilt die Zukunft des Interimstrainers, der bis zu seiner Beförderung die zweite Mannschaft trainiert hatte, als offen. Er selbst betont: „Ich würde natürlich gerne weitermachen.“ Der 60-Jährige kennt aber auch die Mechanismen des Geschäfts: „Es gibt keine zeitlichen Absprachen.“ Köstner wurde Anfang 2010 nach der Trennung von Armin Veh schon einmal als Aushilfscoach geholt und nach der Saison durch den namhafteren Steve McClaren ersetzt. Ein ähnliches Schicksal könnte wieder blühen.

Die Trainerfrage in Nürnberg scheint dagegen trotz der Negativserie deutlich klarer zu sein. Hecking muss sich zwar vermehrt der Kritik der eigenen Fans stellen und wird bei weiterhin ausbleibenden Erfolgen wohl auch deutlicher infrage gestellt. Derzeit erhält er aber die Rückendeckung von Sportdirektor Martin Bader: „Dieter leistet seit drei Jahren hervorragende Arbeit, danach beurteile ich ihn.“ Hecking selbst nahm die Fans nach der Blockade des Mannschaftsbusses und „Hecking raus“-Rufen im Anschluss an das 0:1 bei Schalke sogar in Schutz. Der 48-Jährige sprach von Fans, denen nicht „am Hintern vorbeigeht, was bei uns geschieht“. dapd

0 Kommentare

Neuester Kommentar