Sport : Lastwagen auf der Bahn

Was sonst noch bei den Sixdays passiert

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Das Schwergewicht: Was wäre der DernyEuropacup ohne Joop Zijlaard, den schwergewichtigen Holländer? Wenn der 59-jährige Betreiber eines Fisch- und Steakhauses in Rotterdam als Schrittmacher mit seiner 7-PS-Maschine die Runden dreht, johlt jedesmal die Masse. Die Fans nennen ihn wegen seines Gewichtes von 129,9 kg auch den Lastwagen, aber Zijlaard vermag die Radfahrer hinter sich immer im richtigen Augenblick in Führung zu bringen. 33 Jahre ist er im Geschäft, in Berlin schaffte er mit Scott McGrory/Matthew Gilmore den 1500. Sieg als Derny-Fahrer.

Die Sprinter: Das ganz große Geld können die Männer um Jens Fiedler im Rahmenprogramm eines Sechstagerennens nicht verdienen. Aber für den zweimaligen Olympiasieger aus Berlin, für den Letten Ainars Kiksis sowie Laurent Gané aus Frankreich ist Besserung bereits in Sicht. Aus Japan haben sie wieder eine Einladung zur zweimonatigen Keirin-Tour bekommen, wo beim so genannten Kampfsprint, den die Japaner professionell betreiben und bei dem auch gewettet wird, die Kasse aufgebessert werden kann.

Der Olympionike: Franz Stocher aus Österreich gehört zu jenen Fahrer, die eigentlich nie auffallen. Auch in der Berlin Arena fällt der mehrmalige WM-Medaillengewinner kaum auf. Im kommenden Jahr jedoch kann Stocher für einen Radsportler etwas Ungewöhnliches schaffen: Qualifiziert er sich für Athen, dann wären das für ihn die fünften Olympischen Spiele.

Der Stehenden: Immer schneller rasen die Sprinter um die Bahn. Jens Fiedler unterbot beim Rekordfahren in 12,945 s für die 250-m-Runde erstmals die 13-Sekunden- Grenze. Aber Fiedler kann nicht nur schnell fahren, sondern auch lange stehen. Gemeinsam mit René Wolff und Sören Lausberg überbot er mit 8:21 Minuten den Vorjahrsrekord (6:35 Min.) beträchtlich. In der Sprintgesamtwertung führt Fiedler (43 Punkte) vor Lausberg (36) und Wolff (31).

Die Führenden: Für die Schweizer Bruno Risi/Kurt Betschart und die Italiener Silvio Martinello/Marco Villa ging es am Familientag darum, ihre Positionen zu festigen. Beide Teams liegen rundengleich vorn. Die beiden Jagden gewannen aber Marvulli/Aeschbach (Schweiz) und McGrory/Gilmore (Australien/Belgien). Bei den Stehern kam der Berliner Carsten Podlesch auf Rang vier, musste damit in der Gesamtwertung dem Schweizer Peter Jörg den ersten Rang überlassen.

Die Letzten: Nach dem alten olympischen Motto, wonach die Teilnahme alles ist, fahren der Berliner Mario Vonhof und der Däne Jimmy Hansen. Zwei Tage vor Abschluss der Sixday fehlten ihnen zur Spitze bereits 14 Runden. Das ist unangefochten der letzte Platz unter 18 Teams.

Die Eintönigen: Sollte beim 93. Sechstagerennen 2004 die Showband Music & Voice wieder auftreten, dann können sich die Fans heute bereits auf „Simply the best“ und „Aber bitte mit Sahne“ freuen. Das spielt sie immer. Überhaupt hat sich das Repertoire der Band jahrelang nicht geändert. Auch Frank Zander gibt immer noch den „Kurt“. Das erwarten aber auch alle von ihm, der Super-Stimmung tut das keinen Abbruch.heit

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