LATEINAMERIKANER feiern beim Fußballturnier : Caipirinha mit süßem Vorgeschmack

Im Old-Trafford-Stadium in Manchester ertönt der Schlusspfiff – 3:0. In einem Pub in Camden Town reißen die Fans die grünen Flaggen mit gelber Raute hoch. Brasilien steht im Fußballfinale. Olympia in London gibt der brasilianischen Community schon einen süßen Vorgeschmack auf die WM 2014 im eigenen Land.

Der DJ im „Caneçao“ dreht die Musik auf, brasilianische natürlich. Man tanzt, fast jeder singt mit. Textsicher. Und wer des Portugiesischen nicht mächtig ist, singt auch mit. Nicht textsicher. „Ich bin so glücklich, dass wir gewonnen haben!“, ruft eine Frau in brasilianisch-englischem Sprachenmix. Danach erzählen ihre Töchter in besserem Englisch. „Wir sind extra aus Schottland, wo wir seit sechs Jahren wohnen, nach London gekommen, um unsere Mannschaft spielen zu sehen“, erzählen die 17-jährige Isabel und die 16-jährige Juliana. Ihre Mutter hat sich längst unter die Tanzenden gemischt. Schließlich hat der fünfmalige Fußball-Weltmeister noch nie einen Olympiasieg geschafft.

Fußball bringt Lateinamerika zurück auf die olympische Bühne. Im Finale spielt Brasilien gegen Mexiko. Ansonsten fühlen sich die Sommerspiele von London ja sehr asiatisch an. Und sehr britisch.

Die Stimmung im „Caneçao“ ist gut. Fans ordern das brasilianische Nationalgericht Feijoada, auch Caipirinha und Cervejas werden im Sekundentakt über den Tresen geschoben. Pub-Manager Elton Silva steht dahinter. Der 28-Jährige schaut immer wieder zum Bildschirm, auf dem Brasiliens Halbfinaltore gegen Südkorea noch einmal zu sehen sind. „Diesmal muss Brasilien einfach eine Goldmedaille gewinnen.“ Silva kennt viele, die sogar aus Brasilien in die britische Hauptstadt gereist sind. Hauptsächlich wegen des Fußballteams. „Fußball ist unsere Leidenschaft“, sagt Silva, „die anderen Sportarten interessieren uns weniger.“ Alle Hoffnungen liegen jetzt auf dem Finalspiel am Samstag. Dann machen die Lateinamerikaner die Sache unter sich aus. Und im „Caneçao“ wird wieder groß gefeiert. Anja Brandt, London

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