Sport : Laufen für Moldawien

Stefan Raab wird also Moldawier. Genauer gesagt: Raab wird moldawischer Skilangläufer! Um das zumindest ansatzweise zu erklären, muss Regina Halmich herhalten. Sie wissen schon, die tapfere Boxerin aus Karlsruhe, die sich nach Kräften müht, ernst genommen zu werden in der Welt der Gagen und Nummerngirls.

Gelungen ist das der blonden Championesse trotz respektabler sportlicher Leistungen nicht. Ihrer rechten Geraden aber haben wir in gewisser Weise Raabs Mutation zum Moldawier zu verdanken. Regina Halmich nämlich hatte sich vor ein paar Monaten im Ringen um Publicity auf einen Witz-Kampf gegen den Fernsehmoderator eingelassen. Mit recht unterschiedlichen Folgen für beide. Regina Halmich landete auf der Couch von Quotenkönig Thomas Gottschalk, Stefan Raab in der plastischen Chirurgie.

Wahrscheinlich hat er sich von dem einen oder anderen Schlag bis heute noch nicht abschließend erholt. Anders lässt sich die jüngste Nachricht von Stefan Raab kaum deuten. Nachdem er bisher vergeblich um ein Duell mit Skisprung-Weltmeister Martin Schmitt bettelte, will Raab in zwei Monaten zu den Olympischen Winterspielen nach Salt Lake City reisen. Nicht als Moderator, sondern als Skilangläufer. Für Moldawien.

Möglicherweise hat ihn Costa Cordalis auf diese verwegene Idee gebracht. Der Schlagersänger blamierte sich 1984 bei den Spielen von Sarajevo als Skilangläufer für Griechenland. Damals haben alle gelangweilt zur Seite geguckt, heute ist einer wie Raab mit seinen Vorstellungen hoffähig. Die moldawische Regierung hat ihm bedenkenlos die Staatsbürgerschaft verliehen. Der frühere deutsche Langlaufmeister Jochen Behle hat seine Dienste als Trainer angeboten. Der Deutsche Skiverband, sonst nicht gerade als Institution der Spaßgesellschaft bekannt, empfahl Raab schon mal vorbeugend den Abschluss einer Superschutz-Versicherung für Skibruch und Bergungskosten - Kostenpunkt: 86 Mark. Und Bengt-Erik Bengtsson, der Langlaufchef des internationalen Skiverbandes, weist ungefragt darauf hin, dass "Moldawien bei Olympia das Recht hat, einen Herren und eine Dame an den Start zu bringen, unabhängig von der Leistung".

Offensichtlich ist Stefan Raab nicht der einzige, der einen Schlag zu viel abbekommen hat.

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