Sport : Laufveranstaltungen: Wo Rekorde alltäglich sind

Das Prädikat Rekord haben die Berliner Laufveranstalter um Horst Milde im vergangenen Jahr zu etwas Alltäglichem gemacht. Eine Überraschung wäre es 1999 gewesen, wenn eine der großen internationalen Veranstaltungen keine Rekordbeteiligung erreicht hätte. Doch diese Überraschung blieb aus. Und deshalb durften Milde und Co. am Ende ihres Laufjahres noch eine weitere Bestmarke vermelden: Zum ersten Mal beteiligten sich an insgesamt 16 verschiedenen Veranstaltungen eines Jahres über 80 000 Teilnehmer (81 240). Eingerechnet sind hier Inline-Skater und Rollstuhlfahrer ebenso wie reine Fun-Läufe ohne Wettkampfcharakter, also beispielsweise der Frühstückslauf am Tag vor dem Berlin-Marathon. Hier starteten zuletzt 12 000 Sportler - ein Rekord, natürlich. Und da die Entwicklung 2000 so unerwartet positiv war, dürfen die Organisatoren damit rechnen, voraussichtlich schon beim Berlin-Marathon am 30. September eine in Deutschland einmalige Schwelle zu überspringen: die Million. Seit der SC Charlottenburg 1964 den ersten Crosslauf am Teufelsberg startete, wurden in jetzt 303 Veranstaltungen 938 999 Starter gezählt.

Vom millionsten Starter und davon, was diesen erwartet, spricht Horst Milde noch nicht. Statt dessen kündigt er für das Jahr 2001 weitere Steigerungen an. Diese sind vor allen angepeilt bei den Rennen der zweiten Reihe: Berliner Halbmarathon, Avon-Frauenlauf und City-Nacht haben zwar längst noch nicht die Bedeutung eines Berlin-Marathons, aber alle drei haben im vergangenen Jahr enorme Steigerungsraten erzielt und sind jeweils die größten Rennen ihrer Art in Deutschland. Sensationell zu nennen sind jene 70 Prozent Zuwachs, die der Berliner Halbmarathon 2000 verzeichnete. 8137 Teilnehmer beteiligten sich an der Veranstaltung, die dieses Mal am 1. April stattfinden wird. Horst Milde erwartet dann bis zu 10 000 Starter. Der Frauenlauf steckte mit Starterzahlen zwischen 1000 und 2000 Läuferinnen über viele Jahre in Entwicklungsschwierigkeiten. Doch nach einem Zuwachs von 20 Prozent gelang im vergangenen Mai zum ersten Mal der Sprung über die 5000. Der SCC hat mit Hilfe seines Sponsors aus der Kosmetikbranche die Veranstaltung zu einem Happening gemacht, das mehr bietet als nur Sport. Am 26. Mai werden nun schon bis zu 7000 Läuferinnen erwartet. Es gibt in Deutschland keine auch nur annähernd vergleichbare Veranstaltung. Eine 20-prozentige Steigerung wird auch bei der City-Nacht am 4. August auf dem Kurfürstendamm erwartet. Bei diesem Abendlauf wurden zuletzt erstmals über 5000 Teilnehmer gezählt.

Aushängeschild bleibt natürlich der Berlin-Marathon, der im vergangenen Jahr auf Grund der Olympischen Spiele rund drei Wochen früher stattfand, nun aber wieder auf den Standard-Termin am letzten September-Sonntag zurückgeht. 34 090 Meldungen wurden 2000 registriert, etwa 35 000 sind am 30. September bei der 28. Auflage zu erwarten. Während das umfangreiche Rahmenprogramm ebenso wie die Zusammenarbeit mit Unicef, die dem Kinderhilfswerk zuletzt rund 75 000 DM an Spenden einbrachte, beibehalten wird, gab es im Hintergrund Veränderungen. Die Vermarktung des Rennens hat die SCC Veranstaltungs-GmbH von Peter Henke Consulting übernommen. Außerdem endete der vierjährige Kooperationsvertrag zwischen Berlin-Marathon und Partner für Berlin. Beide arbeiten trotzdem weiter zusammen. Dass es dem Berlin-Marathon seit einigen Jahren wirtschaftlich besser geht als früher, zeigt sich auch am Sponsoren-Interesse. Alle Geldgeber wollen ihr Engagement fortsetzen. Der Tagesspiegel wird Medienpartner der Läufe des SCC bleiben. Auch ihren sportmedizinischen Service setzen die Lauf-Veranstalter fort. Informationen unter der Rufnummer 302 53 70. JÖRG WENIG

SCC-Läufe im Internet unter

www.berlin-marathon.com

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