Launiges Schwitzen : Füchse bolzen Kondition

"Ich bin ziemlich kaputt", gesteht Torsten Laen. Was zuvor so leicht und locker aussah, erwies sich als sehr schweißtreibend. Im dritten Training bei den Füchsen Berlin unter dem neuen Trainer Dagur Sigurdsson bekommt aber nicht nur der Däne die Intensität des Programms zu spüren.

Hartmut Moheit
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Unter Beobachtung. Füchse-Zugang Torsten Laen beim Wurftraining. Foto: Jürgen Engler

Berlin Auch Nationaltorhüter Silvio Heinevetter gibt zu: „Nach dem Urlaub fällt alles noch schwer.“ Auffällig ist aber die gute Stimmung zu Beginn der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison. Dass Michal Kubisztal wegen eines Bandscheibenvorfalls für fast zehn Wochen ausfallen wird, ändert daran nichts.

Alle Spieler ziehen voll mit, nicht verbissen und hörig, sondern offensichtlich mit Lust und Laune. „Selbst im Training merkt man hier, dass diesen Verein Organisation und Kompetenz auszeichnet“, sagt Laen, der aus Spanien nach Berlin kam. Für alles sei eben jemand da, es gebe keine Zufälle. Im Vergleich zu Ciudad Real, dem „Real Madrid des Handballs in Spanien“, wo der Trainer allein das Sagen hat. Aber das war nicht der Grund, warum Laen vom Champions-League-Sieger zu den Füchsen gewechselt ist. „Ich hatte mit Ciudad sehr große Erfolge“, sagt er, „aber ich durfte meist nur im Angriff spielen. In Berlin kann ich viel größere Verantwortung übernehmen, dazu finde ich das gesamte Projekt Füchse sehr spannend.“ Gemeinsam mit dem bulligen Norweger Stian Vatne soll Laen die Deckungszentrale bei den Füchsen stabilisieren.

Bis aber die Feinarbeit beginnt, muss erst einmal sehr viel Schweiß fließen. „Da sind schon noch Steigerungen vorgesehen“, sagt Dagur Sigurdsson mit einem vielsagenden Lächeln. Die ersten Testspiele werden erst im August bestritten, bis dahin wird an den Grundlagen gearbeitet. Am 14. August steht dann in Schneverdingen der Heide-Cup auf dem Füchse- Plan, dort treffen die Berliner auf FCK Handbold, Kadetten Schaffhausen und Hammarby IF. Ein Testspiel beim Oberligisten in Ziegelheim, der Championscup in Chemnitz, Gera und Zwickau – bei dem es unter anderem gegen Frisch Auf Göppingen, Amicitia Zürich oder Portland San Antonio geht – sind weitere Stationen, bevor am 27. August zum großen Saisoneröffnungsspiel das Ausnahmeteam von Ciudad Real empfangen wird. Darauf freut sich Torsten Laen schon heute. „Da waren wir 18 Stars im Team, und deshalb konnte sich kein Spieler über einen anderen stellen“, erzählt Laen nicht ohne Grund. Das schaffe Teamgeist, und so stelle er sich die Entwicklung auch bei den Füchsen vor. „Wir wollen ja schließlich bald auch international spielen“, sagt er.

Aber so etwas muss sich entwickeln; die Neuen, Laen, Vatne, Heinevetter, der Isländer Runar Karason und Sebastian Schneider, sind gerade dabei, sich mit den Alt-Füchsen zu arrangieren – und umgedreht. Es sind die kleinen Gesten, an denen man merkt, dass erste Erfolge auch darin bereits erreicht sind. Mal ein Schulterklopfen, ein Abklatschen oder eine spaßige Bemerkung, das alles gehört bereits zum Trainingsalltag. Obwohl der auch schon von Konkurrenzkampf geprägt ist. Wie sich jetzt schon die Torhüter Silvio Heinevetter und Petr Stochl ins Zeug legen, ist auffällig. „Ja, klar will ich die Nummer eins sein“, sagt Heinevetter. Aber Stochl hat dem Ex-Magdeburger den Kampf angesagt, das ist zu sehen. Doch wer von den beiden Torhütern im Training gerade auch im Einsatz war, das Händeklatschen, die Anerkennung für die Leistung des Teamkollegen gehört dazu.

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