Sport : Lausitzring: Vom Hilferuf bis zum Namensstreit

In der Chronologie der Entstehung des Lausitzringes spielt Ministerpräsident Manfred Stolpe eine wichtige Rolle

Mai 1992: Gründung des Motorsportklubs "Lausitz Ring" e.V. Er wirbt in der Region für die Idee einer großen Rennstrecke. Die Dekra unterstützt tatkräftig das Vorhaben.

Anfang 1993: Ministerpräsident Manfred Stolpe äußert sich euphorisch. Er wolle jedem einen roten Teppich ausrollen, der den Ring in der Lausitz baut.

Anfang 1994: Eine Investorengruppe bringt den ehemaligen russischen Militärflugplatz Brand, rund 60 Kilometer südlich Berlins, als neuen Standort für eine Rennstrecke ins Gespräch.

Herbst 1994: Der Idee eines "Lausitzringes" werden wenig Chancen eingeräumt. Der näher an Berlin gelegene Standort besitzt offenbar die besseren Karten.

Ende 1995: Die Lausitz startet einen Hilferuf an die Landesregierung. Durch drastischen Arbeitsplatzabbau in der Kohle- und Energiewirtschaft sei die Region ein hoffnungsloser Fall.

Anfang 1995: Die Landesregierung entscheidet sich für die Niederlausitz. Nur ein Standort in dieser Region erhalte die Fördermittel, sagt Stolpe. In Brand siedelt sich statt dessen das Luftschiffunternehmen Cargolifter an.

September 1995: Die vier an die Rennstrecke grenzenden Gemeinden und die Dekra gründen den Förderverein Lausitz Ring.

Dezember 1995: Die Landesregierung bewilligt die Fördermittel in Höhe von 241 Millionen Mark für den Bau.



Mai 1996: Der Bebauungsplan wird öffentlich ausgelegt.

Mitte 1996: Das Immobilien- und Baumanagement der Bankgesellschaft Berlin steigt ein und schließt die Finanzierungslücke zu den 310 Millionen Mark Gesamtkosten.

September 1996: Erste Verdichtungsarbeiten auf der Kohlekippe als Test für die Standfestigkeit.

Ende 1996: Es mehren sich die kritischen Stimmen zur hohen finanziellen Beteiligung des Landes. Besonders die bayerische Landesregierung zweifelt am Sinn der Geldausgabe und greift Stolpe an. Es gebe wichtigere Dinge im Osten als den Bau einer Rennstrecke, heißt es aus München.

Anfang 1997: Die Landesregierung verteidigt den Lausitzring als "Motor des Aufschwungs in der Lausitz".

Juni 1998: Erster Spatenstich für die Test- und Rennstrecke.

August 1998: Die Arbeiten werden von der Projektgesellschaft für 60 Tage gestoppt. Anlass ist eine angedrohte Klage einer Anwohnerfamilie gegen den Bau wegen befürchteter Lärm- und Staubbelastung. Es folgen Demonstrationen und Mahnwachen für den Weiterbau des Rings. Die Landesregierung greift ein. Für eine hohe Entschädigungssumme verkauft die Familie aus Hörlitz ihr Haus und zieht weg.

Ende 1999: Der letzte Kohlezug verlässt den benachbarten Tagebau Meuro.

12. Juli 2000: Kurz vor der Fertigstellung des Rings verkündet die Betreibergesellschaft die Namensumbenennung in "Eurospeedway Berlin-Brandenburg", um die Strecke unter diesem Namen international besser vermarkten zu können. In der Region hagelt es Proteste.

24. Juli 2000: Unter Vermittlung der Landesregierung wird der neue Name "Eurospeedway Lausitz" gefunden. Die alte Bezeichnung Lausitzring soll gleichberechtigt gelten.

20. August 2000: Offizielle Eröffnung der Strecke. Ste.

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